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Wirtschaft Abwärtstrend bei Diesel-Autos zum Jahresauftakt gestoppt
Mehr Welt Wirtschaft Abwärtstrend bei Diesel-Autos zum Jahresauftakt gestoppt
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11:06 13.02.2019
Der Marktanteil von Diesel-Neuzulassungen nimmt in Deutschland wieder zu – anders als in der gesamten EU. Quelle: Jan Woitas/dpa-
Berlin/Brüssel

 Dem Abgabsskandal zum Trotz nimmt der Marktanteil von Diesel-Neuzulassungen in Deutschland wieder zu. Dieser Trend zeichnet sich an Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ab, über die zuerst die „Welt“ berichtete. Demnach wurden im Januar insgesamt 265.702 Pkw (alle Antriebe) neu zugelassen. Das sind zwar etwas weniger als im Vorjahresmonat. Doch haben Diesel-Autos dabei an Marktanteil dazugewonnen, ebenso wie Elektroautos. Benziner dagegen haben deutlich an Marktanteil verloren.

Diese Entwicklung steht im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung des Diesels: Durch Diskussionen um die Feinstaub-Belastung in Städten, Fahrverbote und Nachrüstungen ist es um das Image der Verbrennungsmotoren nicht gut bestellt. Mit Blick auf EU-weite Zahlen zeichnet sich entsprechend auch ein anderes Bild ab: In der Europäischen Union steht der Diesel-Antrieb nach wie vor stark unter Druck.

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Mit Blick auf Deutschland schreibt die „Welt“ nun allerdings von einer „Trendwende“: Laut „Autoexperten“ sei der Diesel noch lange nicht tot. Diesel-Wagen würden ihre Position halten, womöglich sogar ausbauen, solange die Produktion von bezahlbaren Batterie- oder Wasserstoffautos nicht sicher gewährleistet werde.

Im Januar wurden in Deutschland 91.623 Dieselautos neu zugelassen. Das waren nach KBA-Zahlen 2,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Diesel-Anteil an allen Neuzulassungen lag bei 34,5 Prozent.

Deutsche halten sich beim Autokauf zurück

Insgesamt hielten sich die Deutschen zum Jahresauftakt beim Kauf neuer Fahrzeuge eher zurück. Das KBA zählte im Januar 265.702 neu zugelassene Personenwagen, 1,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Benziner ging um 8,1 Prozent auf 153.098 zurück, sie hatten einen Anteil von 57,6 Prozent. Außerdem kamen 4648 neue Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen (Anteil 1,7 Prozent) sowie 15 171 Hybridfahrzeuge, die zwei Antriebsarten haben (Anteil 5,7 Prozent).

Stark zurück gingen im Januar sowohl die Inlandsproduktion (minus 19 Prozent) als auch der Export (minus 20 Prozent). Dafür seien unter anderem Streikfolgen verantwortlich gewesen, hieß es beim Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin. In einem ungarischen Audi-Werk, das Motoren für mehrere Marken der Volkswagengruppe baut, hatten Mitarbeiter eine Woche die Arbeit niedergelegt.

Fachleute lesen aus dem Jahresauftakt einen Trend ab

Fachleute lesen aus dem für den Diesel-Absatz positiven Jahresauftakt bereits einen Trend ab. „Der freie Fall nach unten ist vorerst gestoppt“, sagt Michal Kuehnel, Autoanalyst der US-Ratingagentur Moody’s gegenüber der „Welt“. „Und wir gehen davon aus, dass der Dieselanteil in den kommenden drei, vier Monaten weiter wachsen wird.“

Nach Aussage von Peter Fuß, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, habe der Diesel „das Schlimmste hinter sich“. „Es deutet sich eine zaghafte Erholung, zumindest aber eine Stabilisierung an.“

Diesel-Marktanteil in EU weiter unter Druck

Der Blick auf die EU-weiten Diesel-Marktanteile bestätigen diese Einschätzungen nicht. Im vierten Quartal fiel der Marktanteil des Selbstzünders in der EU auf 34,1 Prozent, wie der europäische Herstellerverband Acea in der vergangenen Woche mitteilte. Im Vorjahr hatte er noch 41,2 Prozent betragen. Profitieren konnte davon vor allem der Benziner, dessen Anteil an den Neuzulassungen von 52,3 auf 57,2 Prozent wuchs.

Im Gesamtjahr lag der Diesel EU-weit bei einem Anteil von 35,9 Prozent, 2017 waren es 44 Prozent. Der Anteil alternativ betriebener Autos stieg von 5,7 Prozent auf 7,3 Prozent.

Von RND/jw mit dpa

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