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07:02 26.04.2018
Junge Leute, große Potenziale: Im Jahr 2050 wird die Hälfte der Bevölkerung in Afrika unter 25 Jahre alt sein. Wer jetzt investiert, kann den jungen Kontinent zum wichtigen Partner machen. Quelle: dpa
Berlin

Wir sind alarmiert. Denn es wird wohl wieder nicht reichen. Am 2. Mai stellt die EU-Kommission ihren Entwurf für das Siebenjahresbudget der EU für 2020 bis 2027 vor. Nach dem, was wir aus EU-Kreisen vernehmen, wird sie ausgerechnet bei der Entwicklungshilfe hinter den finanziellen Zielen zurückbleiben, die sie sich selbst gesteckt hat. Dabei hätte die EU jede Chance, entscheidend dazu beizutragen, extreme Armut in der Welt zu beenden. 2030 wird Bilanz gezogen über die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Nummer eins der Millenniumsziele war es, Armut in jeder Form und überall zu beenden. Das ist zu schaffen – wenn wir ehrgeizig und klug in Armutsbekämpfung investieren. Um ihre selbst gesteckten Ziele zu erreichen, muss die EU in den nächsten sieben Jahren 40 Milliarden Euro zusätzlich in Entwicklung investieren, vor allem in langfristige Entwicklungsprojekte mit den am wenigsten entwickelten, fragilen Ländern Afrikas. Statt im Klein-Klein zu verharren, muss Europa in großen Maßstäben denken.

In Afrika zu investieren ist nicht nur moralisch geboten, sondern auch strategisch klug. Bis 2050 wird sich die afrikanische Bevölkerung auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Die Hälfte davon ist dann nicht älter als 25 Jahre. Mit den richtigen Investitionen kann der junge Nachbarkontinent zu einem wichtigen Partner für die EU werden – eine Win-win-Situation, eine gelebte Partnerschaft, wie sie bislang nur in Sonntagsreden beschworen wird. Doch dafür müssten sich die EU-Mitgliedsstaaten der historischen Tragweite dieses Budgets bewusst werden.

Stephan Exo-Kreischer ist Deutschlanddirektor von One.

Von Stephan Exo-Kreischer

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