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Welt Wilderei in Deutschland: Tausend Fälle bekannt, hohe Dunkelziffer vermutet
Mehr Welt Wilderei in Deutschland: Tausend Fälle bekannt, hohe Dunkelziffer vermutet
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16:49 01.11.2018
Streng geschützt und doch verfolgt: Laut Kriminalstatistik wurden 35 Wölfe seit dem Jahr 2000 von Wilderern getötet. Quelle: Terry Whittaker/epd
Berlin

In Deutschland werden pro Jahr mehr als tausend Fälle von Wilderei erfasst, die Bundesregierung geht jedoch von einer weit größeren Dunkelziffer aus. So beantwortete das Bundesumweltministerium eine Anfrage der Grünen. Demnach wies die polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr 1020 Fälle von Jagdwilderei aus.

„Verlässliche bundesweite Zahlen über das Ausmaß illegaler Verfolgung wildlebender Arten liegen aufgrund einer hohen Dunkelziffer und mangels systematischer Erfassung nicht vor“, heißt es weiter in der Antwort, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt. Die Zahl der in der Statistik erfassten Fälle habe sich in den vergangenen zehn Jahren zwischen 864 und 1052 bewegt.

Umstrittener Wolf: Obwohl streng geschützt, illegal gejagt

Die Anfrage der Grünen kreiste auch um ein Tier, das erst wieder in Deutschland heimisch geworden ist: der Wolf. Geht es nach manchen, könnte er gleich wieder auf die Abschussliste wandern. Bislang sind Wölfe streng geschützt.

Totes Vieh, wie hier in Bad Wildbad in Baden-Württemberg im April 2018, bringt den Wolf in Verruf: Er steht oft im Verdacht, wenn ganze Herden gerissen werden. Quelle: Christoph Schmidt/dpa

Der Umgang mit dem Wolf ist politisch sehr umstritten, insbesondere ob er in Deutschland wieder gejagt werden sollte. Das zeigte zuletzt die Anhörung des Bundestag-Umweltausschusses im April. Sowohl die angehörten Experten wie auch die Politiker zeigten sich extrem uneins in dieser Frage oder wie Haltern von Weidetieren geholfen werden kann, wenn der Wolf Vieh reißt.

Schafft jemand am Gesetz vorbei Fakten? Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden in diesem Jahr bereits bis Mitte Oktober acht Wölfe illegal getötet. Je drei in Brandenburg und Niedersachsen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung weiter. Seit dem Jahr 2000 fielen insgesamt 35 Wölfe der Wilderei zum Opfer.

Grüne fordern mehr Schutz für Wildtiere

„Wilderei in Deutschland stellt zunehmend eine Bedrohung für die Artenvielfalt dar“, sagte Steffi Lemke, naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. „Über das tatsächliche Ausmaß lässt sich nur spekulieren, da die Daten nicht systematisch erfasst werden.“ Sie kritisierte die Ausstattung der Kontrollbehörden als unzureichend. Das Risiko, entdeckt zu werden, sei nur gering. „Die Bundesregierung muss mehr für den Schutz der Wildtiere in Deutschland tun“, forderte sie.

Das Strafgesetzbuch sieht Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor, wer Wild unter Verletzung des Jagdrechts „fängt, es erlegt oder einem Dritten zueignet“. In besonders schweren Fällen, etwa wenn gewerbsmäßig, gemeinschaftlich oder nicht fachgerecht gejagt wird, kann dies mit bis zu fünf Jahren geahndet werden.

Von RND/nie/dpa

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