Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Welt Wenn Frauen töten
Mehr Welt Wenn Frauen töten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:02 23.07.2018
Oft sind Frauen bei Beziehungsdramen die Opfer – doch manche werden selbst zur Täterin. Quelle: dpa
Ingolstadt/Hof

Dass Frauen töten, ist selten. Unter den 823 Tatverdächtigen in Fällen von Mord oder versuchtem Mord waren laut Polizeilicher Kriminalstatistik im vergangenen Jahr nur 105 Frauen. In Bayern haben am Montag gleich zwei Mordprozesse begonnen, in denen Frauen auf der Anklagebank sitzen: Eine soll mit heißem Wasser getötet haben, die andere mit Gift.

Im ersten Fall ist eine 57-Jährige vor dem Landgericht in Ingolstadt angeklagt. Nach ihrer Aussage wollte sie ihrem Freund nur einen „Denkzettel verpassen“, weil er angeblich untreu war. Deswegen stand die Frau nachts auf, brachte auf dem Herd zwei Töpfe mit Wasser zum Kochen und schüttete das heiße Wasser schließlich über ihren Partner im Schlafzimmer. Der 47 Jahre alte Mann wurde entsetzlich entstellt, er starb im Oktober 2017 vier Tage nach der Attacke seiner Freundin in einer Klinik.

Die 57-Jährige soll im Oktober 2017 nachts ihren Lebensgefährten heimtückisch getötet haben, indem sie zehn Liter kochendes Wasser über den Mann goss. Quelle: dpa

Zu Beginn der Verhandlung am Montag ließ die Angeklagte ihren Verteidiger ein Geständnis vortragen. „Dass er daran stirbt, hat sie nicht gewollt und sich nicht vorstellen können“, sagte der Anwalt zu dem Anschlag mit dem heißen Wasser.

Den Ausführungen des Verteidigers zufolge war seine Mandantin davon überzeugt, dass ihr Partner sie mit einer anderen Freundin betrogen hat. Der schwer verletzte Mann holte nach dem Mordanschlag noch selbst Hilfe. Die Ärzte im Krankenhaus kämpften vergeblich um sein Leben. Etwa 70 Prozent seines Körpers waren teils bis in tiefe Hautschichten geschädigt. Er starb an Multiorganversagen.

Auch im zweiten Fall, der vor dem Landgericht in Hof verhandelt wird, geht es um eine unglückliche Beziehung – und um das Motiv Eifersucht. Eine 39-Jährige soll Gift in ein Getränk gemischt und damit einen 64-jährigen ermordet haben. Die Angeklagte sei in die Freundin des Mannes verliebt gewesen, sagt die Staatsanwaltschaft.

Aus Eifersucht soll eine 39-Jährige ihren Nebenbuhler vergiftet haben. Quelle: dpa

Ihr Anwalt verlas eine Erklärung. Darin hieß es: Ein Mord sei nie geplant gewesen. Sie habe mit dem Gift den 64-Jährigen lediglich für einige Tage außer Gefecht setzen wollen, um mit seiner Partnerin in Ruhe über ihre Gefühle reden zu können. Ihre Hoffnung: Die Frau trennt sich von ihrem Partner und beginnt mit ihr eine Beziehung. „Mir wurde erst später bewusst, was ich angerichtet habe“, hieß es in der Erklärung weiter. „Das hatte ich wirklich nicht gewollt.“

Frauen töten bekannte Personen

Gift als klassische Mordwaffe einer Frau? Da sei durchaus etwas dran, sagt Direktor Thomas Bliesener vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). „Frauen sind häufig körperlich unterlegen, sie setzen stattdessen auf andere Dinge und tragen Konflikte nicht körperlich aus.“

Was er auch beobachtet: „Wenn Frauen töten, dann töten sie eine bekannte Person.“ Zum Beispiel den Partner „aus der Dynamik einer Beziehung“ heraus. Männern dagegen fielen häufiger völlig fremde Menschen zum Opfer, so wie es bei Amokläufen der Fall sei. Warum Frauen in Beziehungen töten? Zum Teil weil sie keinen Ausweg aus einer Beziehung sehen, erklärt Bliesener. „Statt den Mann zu verlassen, greifen sie dann zum Beispiel zum Gift.“

Von RND/dpa

Holzmöbel im heimischen Garten sind mehr als nur reine Sitzgelegenheiten und Gebrauchsgegenstände. Leider verlieren die Garnituren auf Dauer ihr schönes Äußeres, Witterung und UV-Licht machen dem Holz zu schaffen. Mit diesen Tipps und Tricks können Sie zukünftig unbeschwerte Stunden im Freien verbringen.

23.07.2018

Hunderte Mitarbeiter der Zivilorganisation „Weißhelme“ konnten am Sonntag durch Israel aus dem Bürgerkriegsland Syrien gerettet werden. Die syrische Regierung jedoch sieht in der Aktion eine Aggression gegen das syrische Volk.

23.07.2018

Wer unter einer schweren bakteriellen Infektion leidet, kommt ohne Antibiotika oft nicht aus. Doch bei Proben aus Krankenhäusern finden sich zunehmend problematische Resistenzen.

23.07.2018