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Welt Das Mittelmeer ist keine Hai-freie Zone
Mehr Welt Das Mittelmeer ist keine Hai-freie Zone
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16:21 30.06.2018
Dieser Weiße Hai (Carcharodon carcharis) schwimmt dicht unter der Wasseroberflaeche. | Quelle: Wildlife
Cabrera/Hannover

Man trifft ihn nicht alle Tage, zumindest nicht im Mittelmeer. Doch jetzt ist vor der Baleareninsel Cabrera ein Weißer Hai gesichtet worden - zum ersten Mal seit mindestens 30 Jahren in dieser Region. Dies teilte das spanische Meeresforschungszentrum Alnitak am Freitag mit. Die Tierschützer entdeckten am Donnerstag den Hai acht Meilen vor der Küste im Rahmen einer wissenschaftlichen Expedition nahe der Balearen. 70 Minuten lang konnten die Forscher das rund fünf Meter lange Tier immer wieder beobachten. Cabrera ist eine der kleineren Balearen-Inseln. Sie ist nur knapp 16 Quadratkilometer groß und liegt südlich von Mallorca.

Es gibt sehr wenige Haie im Mittelmeer

Zur Ferienzeit machen solche Meldungen nicht gerade Lust auf ein Bad im Blauen. Doch Panik ist laut Experten unbegründet. Normalerweise schwimmen die Tiere nicht in Küstennähe, sagt Hai-Experte Simon Weigmann von der Deutschen Elasmobranchier-Gesellschaft (DEG), die sich dem Schutz von Haien widmet. Kommen die Tiere zu nah an den Strand, sind sie meist krank, so wie der Blauhai, der sich im vergangenen Jahr in die Bucht von Illetes bei Palma verirrt hatte und für reichlich Wirbel sorgte.

Das Mittelmeer ist keine Hai-freie Zone

Das Mittelmeer ist im Übrigen keine Hai-freie Zone. Tatsächlich gibt es auch eine kleine Population von Weißen Haien, die schon sehr lange isoliert hier lebt. Sie sind verwandt mit den australischen Weißen Haien, von denen sich einige Exemplare einst ins Mittelmeer verschwommen haben. „Wegen der extremen Überfischung gibt es allerdings nicht mehr viele Haie der unterschiedlichen Arten im Mittelmeer“, sagt Weigmann, der in dem aktuellen Fall von einem „Zufallsfund“ spricht.

8 bis zehn Haiangriffe weltweit pro Jahr

Immer wieder kommt es weltweit zu Haiangriffen auf Menschen. Allerdings seien die mit 8 bis zehn Vorfällen pro Jahr „wahnsinnig selten“, so Weigemann. Im Vergleich: Die eigentlich als friedlich bekannte Kuh löst jährlich rund 10.000 schwere bis tödliche Unfälle aus. Weiße Haie seien sehr scheue Tiere, mögen keine Interaktion mit Menschen. Die Angriffe sind oft die Folge einer Verwechslung: Der Hai nimmt den Menschen beispielsweise als Robbe wahr, zum Test beißt er hinein, lässt dann aber meist von dem Schwimmer ab. „Der Mensch scheint ihm nicht zu schmecken“, so der Experte.

Nur keine Panik!

Was tun, wenn der Hai dennoch zu nahe kommt? Simon Weigmann rät dazu, rasch das Wasser zu verlassen, sagt aber auch, dass der Hai einfach zu schnell sei. Panik zu bekommen, so der Fachmann, sei allerdings die schlechteste Variante. Das Tier gehe dann von einem verletzten Fisch aus. Und Weiße Haie seien so eine Art Gesundheitspolizei, die angeschlagene Tiere auf ihrer Speisekarte haben. Wenn ein Hai sich nähert, solle man sich eher aufrecht im Wasser hinstellen, um Größe zu zeigen. Experten empfehlen außerdem im Ernstfall, dem Tier auf die Nase oder gegen die empfindlichen Augen zu schlagen: „Aber das klappt im Film immer besser als in der Realität“, so Weigmann.

Von Heike Manssen/RND

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