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Welt Washington schafft Todesstrafe ab
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11:23 12.10.2018
Blick in die Hinrichtungskammer im Gefängnis Washington State Penitentiary mit der Zeugengalerie rechts. Quelle: Ted S. Warren/AP/dpa
Washington

Das Oberste Gericht des US-Staats Washington hat die Urteilspraxis zur Todesstrafe als verfassungswidrig eingestuft. Das Urteil am Donnerstag bedeutet, dass in Washington die Todesstrafe nicht mehr vollstreckt wird, nachdem sie bereits in anderen Staaten abgeschafft wurde. Fünf Richter kamen zu dem Schluss, dass die Todesstrafe ungültig sei, da sie auf willkürliche Weise und im Hinblick auf die Hautfarbe der Verurteilten ungleich angewandt worden sei.

In der Art und Weise, wie sie angewandt worden sei, habe die Todesstrafe keinen legitimen Zielen der Bestrafung gedient, schrieben die fünf Richter. Das Gericht ordnete an, die Strafen der acht Personen, die sich derzeit im Todestrakt befinden, in lebenslange Haftstrafen umzuwandeln.

Gouverneur: „Enorm wichtiger Moment“

Der Gouverneur Jay Inslee bezeichnete das Urteil als „enorm wichtigen Moment in unserem Streben nach gleicher und fairer Anwendung von Gerechtigkeit“. Das Gericht habe klar gemacht, dass die Todesstrafe in Washington auf willkürliche und rassistisch voreingenommene Weise verhängt worden sei, ungleichmäßig angewandt worden sei und keinem Ziel des Strafrechts gedient habe.

Das Urteil erfolgte im Fall eines Mannes, der wegen Vergewaltigung, Raubüberfalls und der Tötung einer 43-jährigen Frau verurteilt worden ist. Seine Anwälte argumentierten, die Todesstrafe werde willkürlich eingesetzt und nicht proportional, wie von der Verfassung des US-Staats vorgegeben.

Von RND/AP