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Interesse zeigt sich in Wortkreationen

Wahltagebuch Interesse zeigt sich in Wortkreationen

„Schulz mich nicht an“. Da ist es wieder: Das Erfinden neuer Verben anhand von Politikernamen.

Nach „Wulff mich bloß nicht zu“ (vollquatschen), „guttenbergen“ (abschreiben) und „rummerkeln“ (aussitzen), gibt es eine neue Wortschöpfung in der deutschen Sprachkultur: schulzen.

Nach dem ARD-Sommerinterview mit dem sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten Martin Schulz dürfte auch jedem klar sein, worum es geht: anfeinden, angiften, angreifen.

Und wer hat‘s erfunden: Junge Erwachsene, denen man oft politisches Desinteresse nachsagt. Sie „anzuschulzen“ frei nach dem Motto „Den jungen Leuten ist doch völlig egal, was in unserem Land passiert, die haben doch überhaupt kein Interesse an der Politik und keine Ahnung“ ist völlig falsch. Mit ihren Wortkreationen und dem damit investierten Gehirnschmalz haben sie nicht nur ihr Interesse bekundet, sondern auch bewiesen, dass sie hinter die Fassaden blicken und das politische Geschäft begriffen haben: Worthülsen mit auswechselbarem Inhalt schaffen.

von Tobias Hirsch

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