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Schwarze Löcher und Makronen

Wahltagebuch Schwarze Löcher und Makronen

Neben Meinungsforschern gibt es eine weitere Berufsgruppe, die ab Montag ins schwarze Loch fällt: Politikredakteure.

Wochenlang hatte der Wahlkampf als berufliche Daseinsberechtigung hergehalten. Man kroch morgens aus dem Bett und wusste: heute Schulz, morgen Programm-Check, übermorgen ein Kandidaten-Porträt – ein geregelter Alltag. Alles vorbei in der kommenden Woche.

Was bleibt dem Politikredakteur dann noch außer Urlaub beantragen? Spontan ins Sportressort wechseln? Mal wieder ein kluges Buch lesen und es dann für die Kulturseite rezensieren? Oder aber – Stichwort Bücher – einfach ein bisschen publizistischen Unsinn verzapfen und beim „Unterbringwettbewerb der „taz“-Kollegen mitmachen?

Die stiften die Journaille alljährlich dazu an, einen auf das Gastland der Frankfurter Buchmesse zugeschnittenen Nonsens-Zweizeiler in irgendeinem Beitrag zu versenken. 2017 – Frankreich präsentiert sich in den Messehallen – lautet der gereimte Unfug: Plumpst die Makrone in die Rhone, diniert Monsieur Macron halt ohne. Da mach‘ ich mit, dann habe ich wenigstens was zu tun im schwarzen Nach-Wahl-Loch. Mist. Hab‘ ja gerade schon mitgemacht.

Also doch Urlaub beantragen.

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