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Welt Veterinäramt nimmt einer Familie ihr Känguru weg
Mehr Welt Veterinäramt nimmt einer Familie ihr Känguru weg
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14:49 23.05.2018
Der siebenjährige Robin spielt mit dem Känguru Viggo im Garten der Familie. Dort darf das Tier aber nicht mehr leben. Quelle: dpa
Celle

Viggo darf vorerst nicht mehr in seinem Garten herumspringen. Denn das Veterinäramt findet, dass das Areal zu klein ist. Um genau zu sein 50 Quadratmeter. Deshalb holte es das Tier ab. Denn Viggo ist kein einfaches Kaninchen, sondern ein Rotnackenwallaby – also ein Känguru. Es lebte mehr als drei Jahre bei einer Familie aus Niedersachsen.

Rotnackenwallaby Viggo lebt seit drei Jahren bei der Familie Müller. Nun hat das Veterinäramt das Tier abgeholt.

In den vergangenen Monaten hatte das Veterinäramt versucht, sich mit der Familie über die Haltebedingungen von Viggo zu einigen – vergeblich. Nun seien die letzten Fristen verstrichen, das Känguru sei abgeholt und „artgerecht untergebracht“ worden, teilte die Behörde nun mit. Sollte die Familie auf ihrem Grundstück nachbessern, dürfe das ungewöhnliche Haustier aber wieder zurückkehren.

Viggo ist bei der Familie aufgewachsen

Die Familie selbst spricht von einer „überfallartigen Aktion“. Viggo stamme aus einem Tierpark in der Nähe von Karlsruhe und sei mit der Hand aufgezogen worden, sagte Familienvater Benjamin Müller. Als das Tier wenige Monate alt war, sei seine Mutter gestorben. Daraufhin nahmen Müller und seine Lebensgefährtin Sandra Arndt das Tier zu sich – ein Rucksack wurde der Ersatz-Beutel. Sein siebenjähriger Sohn spiele mit Viggo Fangen und Verstecken, erzählt der Familienvater noch vor einigen Wochen. „Die Kinder drehen durch, wenn er weg muss.“

Im vergangenen Sommer war Viggo ausgebüxt. Polizisten musten es wieder einfangen, weshalb Tierärzte und Behörden die Haltebedingungen überprüften. Sie stellten fest, dass der Garten, in dem Viggo herumhopste, nach den gesetzlichen Bestimmungen zu klein für ein Rotnackenwallaby ist. Sie hatten die Familie aufgefordert, das Känguru an Artgenossen zu gewöhnen und einen Sachkundenachweis zu erbringen. Einzig den Nachweis hätten die Halter nach Angaben des Landkreises erfüllt.

Von RND/dpa

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