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Welt Unwetter richten große Schäden im Westen an
Mehr Welt Unwetter richten große Schäden im Westen an
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21:57 29.05.2018
Das Dach einer Tankstelle stürzte nach einem heftigen Unwetter in Wuppertal ein. Quelle: dpa
Essen/Wuppertal

Heftige Unwetter mit starken Regenfällen sind am Dienstagnachmittag über Nordrhein-Westfalen gezogen und haben Schäden vor allem in den Regionen Wuppertal und Aachen angerichtet. In Wuppertal fuhren mehrere Autos gegen hochgedrückte Gullydeckel. In einem Fall löste dadurch ein Airbag aus und verletzte den Fahrer im Gesicht, wie eine Polizeisprecherin sagte.

In der Stadt stürzte zudem das Dach eines Universitätsgebäudes ein. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen keine, wie die Uni nach dem Unwetter am Dienstagnachmittag auf ihrer Webseite mitteilte. Demnach stürzten an einem Unigebäude etwa 30 bis 50 Quadratmeter des Daches ein. Zudem stünden der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude unter Wasser. „Nach ersten Einschätzungen ist der Ausmaß des Schadens erheblich“, erklärte Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch.

An einer Tankstelle in der Innenstadt knickte das Dach weg und beschädigte mehrere Autos. Unter dem Dach hätten insgesamt 14 Fahrzeuge geparkt, erklärte die Polizei. „Es ist eine unfassbare Situation gewesen“, sagte eine Sprecherin. Ein Fahrer habe sein Auto noch rechtzeitig verlassen können, bevor das Dach auf seinen Wagen gestürzt sei. Er wurde leicht verletzt.

Bahn stellt Zugverkehr teilweise ein

Das Dach sei einsturzgefährdet, der Ort wurde abgesperrt. Wassermassen drangen auch in ein Wuppertaler Einkaufszentrum ein. In das Tiefgeschoss sei am Nachmittag Wasser gelaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Hinzu kamen mehrere umgestürzte Bäume. In mindestens einem Fall soll das Wasser rund 70 Zentimeter hoch gestanden haben.

Nachdem Gleise überspült wurden, stellte die Deutsche Bahn im Raum Wuppertal den Zugverkehr ein. Auch die Schwebebahn fuhr nicht mehr. „In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am späten Nachmittag in Essen. Er schätzte, dass dort in kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren.

Gedenkveranstaltung in Solingen abgebrochen

In der Nachbarstadt Solingen wurde wegen des Unwetters der Gedenkakt zum 25. Jahrestag des Solinger Brandanschlags abgebrochen. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen. Hunderte Teilnehmer hatten zunächst Schutz unter den Bäumen gesucht. Sie waren danach aber von den Veranstaltern in deutscher und türkischer Sprache zum Verlassen des Ortes aufgefordert worden.

Heftige Unwetter mit Starkregen haben im Westen der Bundesrepublik starke Schäden angerichtet. In Wuppertal stürzte das Dach einer Tankstelle ein, zahlreiche Straßen standen unter Wasser.

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag 450 Notrufe. Man habe Hilfe aus den Nachbarkommunen angefordert, sagte ein Sprecher. In einem Stadtteil von Aachen fiel zeitweise der Strom aus, nachdem ein Wassereinbruch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen verursacht hatte. In Duisburg lief Wasser in den Keller des Polizeipräsidiums, wie die Beamten via Twitter mitteilten.

Häuser nur über Boote zu verlassen

Der Deutsche Wetterdienst hatte seit dem Nachmittag immer wieder mit amtlichen Warnungen auf die Gefahren durch die Gewitter hingewiesen. Mit einem Abklingen rechnete ein DWD-Experte erst für die Nacht auf Mittwoch.

In Bad Gandersheim im Landkreis Northeim sorgte starker Regen am Dienstagabend für überflutete Straßen. „Alles, was verfügbar ist, ist im Einsatz“, sagte ein Sprecher der Polizei Northeim. Menschen müssen mit Booten aus ihren Häusern geholt werden, berichtete die „Hessische Niedersächsische Allgemeine“. Auf Bildern war zu sehen, wie schlammiges Wasser zentimeterhoch über eine Straße floss.

Auch für den Westen Niedersachsens hatte der Deutsche Wetterdienst Unwetter vorausgesagt. In der Region um Osnabrück hielten sich die Schäden bis zum Abend allerdings in Grenzen. Nach Angaben der Polizei schlug einmal der Blitz ein. Die Feuerwehr rückte im Landkreis Osnabrück bis zum Abend zu rund 50 Einsätzen aus. Verletzt worden sei bei dem Unwetter niemand, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte räumten vor allem umgestürzte Bäume aus dem Weg, auch einige Keller mussten ausgepumpt werden.

Von RND/sag/dpa

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