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So will Umweltminister Lies mit Wölfen umgehen

Niedersachsen So will Umweltminister Lies mit Wölfen umgehen

Rund 150 Wölfe streifen durch niedersächsische Wälder. Im Kreis Cuxhaven sorgen einige Raubtiere für großen Unmut. Nun soll das Verhalten dieser Wölfe genauer untersucht werden. Ziel des Projektes: Mehr Akzeptanz für den Wolf.

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Olaf Lies (SPD, l), Umweltminister von Niedersachsen, spricht bei einem Pressetermin auf einem Feld mit Kai-Uwe Bielefeld, Landrat vom Landkreis Cuxhaven. 

Quelle: dpa

Cuxhaven.  Nach vielen Nutztierrissen durch Wölfe im Landkreis Cuxhaven will die Landesregierung dort mit einem Pilotprojekt eine höhere Akzeptanz für das Raubtier erreichen. „Der Wolf ist da, der Wolf wird bleiben, aber wir brauchen die nötige Akzeptanz“, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem Landrat Kai-Uwe Bielefeld der Deutschen Presse-Agentur.

Um dies zu erreichen, seien klare Regeln im Umgang mit dem Wolf wichtig. „Gefährdung für den Menschen heißt: Sofort handeln - vergrämen oder auch nötigenfalls töten.“ Auch beim Schutz der Nutztiere sei konsequentes Handeln nötig. Wichtig seien mehr Informationen über den richtigen Umgang mit dem Wolf und eine bessere Unterstützung der Nutztierhalter, sagte Lies weiter.

 Einen Schwerpunkt des Projekts will die Landesregierung auf den Schutz der Deiche legen. So soll untersucht werden, ob und wie Schafe auf den Deichen ausreichend vor Wölfen geschützt werden können. „Cuxhaven bietet sich auch aufgrund der Lage an, ganz verschiedene Problemstellungen gerade bei Weide- und Nutztierhaltung zu untersuchen“, sagte Lies. Daraus sollen Schlüsse gezogen werden, die auch bundesweit relevant sein könnten. Das Projekt soll aus Bundes- und Landesmitteln finanziert werden und in den kommenden Monaten starten. Der Landkreis habe bereits eine Reihe von möglichen Maßnahmen erarbeitet. „Dieses Projekt wird einige Jahre laufen“, sagte Lies.

Nach Angaben der Landesjägerschaft streifen derzeit rund 150 Wölfe durch niedersächsische Wälder. Bei ihrer Nahrungssuche greifen sie auch auf Nutztiere zurück. Immer wieder werden Schafe und Rinder gerissen. Im Kreis Cuxhaven sorgten in den vergangenen Monaten mehrere Wölfe für großen Unmut und hitzige Diskussionen zwischen Wolfsbefürwortern und Kritikern. Experten zufolge zeigen die Jungtiere kein normales Jagdverhalten, sondern rissen auffällig viele Nutztiere, obwohl es in der Region hohe Wildbestände gibt.

Derzeit leben im Kreis Cuxhaven zwei bis drei Wölfe, wie der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Raoul Reding sagte. Sie sollen mit Sendern versehen werden, um ihr Verhalten beobachten zu können. Nach Angaben von Lies kann so untersucht werden, wie sich der Wolf in einer Kulturlandschaft verhält. Die Raubtiere sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. 

Landrat Bielefeld zeigte sich erfreut über das Projekt in seinem Landkreis. Für die Nutztierhalter sei das ein Signal, dass sie ernst genommen werden. Die Zusagen für schnellere Hilfen und einen konsequenten Umgang mit problematischen Wölfen seien hilfreich. Lies betonte, dass die Sicherheit der Menschen oberste Priorität habe. „Wir müssen Wölfen zeigen, dass sie in der Nähe von Menschen nichts zu suchen haben. Der Wolf ist ein Raubtier und deshalb muss ein anderer Artenschutz greifen als bei Wiesenvögeln oder Gelbbauchunken.“

Von dpa

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