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Welt US-Senat: Professorin Ford sagt unter Tränen aus
Mehr Welt US-Senat: Professorin Ford sagt unter Tränen aus
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20:57 27.09.2018
Professor Christine Blasey Ford während ihrer Aussage vor dem Justizausschuss des US-Senats. Quelle: AP Photo/Andrew Harnik, Poo
Washington

Die Professorin Christine Blasey Ford wirft Kavanaugh vor, 1982 versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Kavanaugh bestreitet diese wie auch alle anderen mittlerweile bekanntgewordenen Anschuldigungen entschieden. In den US-Medien zirkuliert bereits ihr schriftliches Eingangsstatement zu der Anhörung. Darin heißt es: Ford wiederholte in ihrem von US-Medien verbreiteten schriftlichen Eingangsstatement für die Anhörung im Justizausschuss ihre Vorwürfe gegen Kavanaugh. „Ich bin heute nicht hier, weil ich das will. Ich habe Angst. Ich bin hier, weil ich glaube, dass es meine Bürgerpflicht ist, Ihnen zu erzählen, was mir passiert ist, als Brett Kavanaugh und ich auf der High School waren.“

Auch Kavanaugh wies in seinem vorbereiteten Eingangsstatement für den Justizausschuss des Senats erneut alle Anschuldigungen zurück. „Das sind schlicht und einfach Verleumdungen in letzter Minute“, heißt es dort. Kavanaugh räumte ein, auf der High School gelegentlich zu viel getrunken zu haben. Rückblickend habe er in seiner Schulzeit „Dinge getan und gesagt, die mich heute erschaudern lassen. Aber das ist nicht, warum wir heute hier sind.“ Er wolle zwar nicht in Abrede stellen, dass Ford sexuelle Gewalt erfahren habe. „Aber ich habe das niemals ihr oder jemand anderem angetan.“ Die republikanische Mehrheit im Senat, die Kavanaugh für das Richteramt bestätigen soll, ist mit zwei Stimmen Vorsprung hauchdünn.

Die Anhörung von Christine Blasey Ford im Blog

20.17 Uhr: Befragung Fords nach vier Stunden beendet

Die Befragung durch die Staatsanwältin, die im Namen der Republikaner die Fragen stellte, ist vorüber. Mehrere Briefe mit unterschiedlichen Aussagen und Statements werden den Ermittlungsakten noch hinzugefügt. Prof. Ford hat die Befragung nach vier Stunden überstanden und verlässt Capitol Hill. Die Anhörung wird für 45 Minuten unterbrochen. Über Kavanaughs Befragung berichten wir gesondert.

19.30 Uhr: Befragung von Professor Ford wieder aufgenommen

Die Detailbefragungen gehen weiter, etwa nach dem Zeitpunkt, als ihr Brief öffentlich wurde und anderen Einzelheiten, die für den Verlauf der Bestätigung Kavanaughs von entscheidender Bedeutung sein könnten.

17.47 Uhr: Die Befragung Fords geht weiter

Staatsanwältin Mitchell macht mit Detailfragen nach der Lage von Fords ehemaligem Wohnort und dem Country Club weiter, die Ford auf einer Karte identifizieren soll. Weiterhin geht es darum, ob sie Details aus ihrer Familientherapie den Reportern der Washington Post schriftlich zugänglich gemacht habe. Ob sie das schriftlich weitergereicht habe, wisse sie nicht mehr, so Ford. Aber der Name Kavanaughs sei in den Therapie-Aufzeichnungen nicht erwähnt gewesen.

Senator Sheldon Whitehouse (D) lobt erneut den Mut von Professor Ford, auszusagen und beklagt, dass sich kein Staatsanwalt bisher mit der möglichen Strafsache befasst habe. „Niemals in der Geschichte von Hintergrundermittlungen ist es vorgekommen, dass nach neuer Sachlage nicht weiter ermittelt wurde.“ Damit sei alles gesagt über die Glaubwürdigkeit der Kavanaugh-Ermittlungen.

Prof. Ford bestätigt, dass sie aus Flugangst beinahe die Aussage vor dem Senat beinahe nicht wahrgenommen habe.

Während der Befragung wird auch erwähnt, dass sich Prof. Ford einem Lügendetektor-Test unterworfen und ihn auch bestanden habe. „Das war beinahe so beängstigend wie der Flug.“

Ford wird jetzt über Details ihre Kommunikation mit der „Washington Post“ und mit Kongressabgeordneten befragt. Sie antwortet auf jede noch so detaillierte Frage ruhig und präzise.

Senator Chris Coons von den Demokraten erwähnt nochmals, dass Ford nicht verpflichtet gewesen sei, hier auszusagen. Er erwähnt, dass sie ihre ursprüngliche Aussage vor der Nominierung Kavanaughs gemacht habe. Auf die Frage, ob das zutreffe, antwortet sie: „Das ist korrekt“.

Senator Richard Blumenthal (D) sagt: „Sie haben Amerika eine inspirierende Lektion erteilt. Sie haben Männern beigebracht, respektvoll zuzuhören. Das ist ein großartiger Dienst an der Allgemeinheit.“ Bisher, so Blumenthal, hätten die republikanischen Abgeordneten heute geschwiegen. Das sei einzigartig in der Geschichte einer Anhörung zur Bestätigung einer Personalie der eigenen Partei. Trump mache sich mit seiner Weigerung, das FBI ermitteln zu lassen, zu einem Komplizen Kavanaughs.

Es ist Mittagspause.

16.53 Uhr: Die Fragen beginnen

Zunächst erläutert Rachel Mitchell, stellvertretende Staatsanwältin aus Arizona das Prozedere. Ford wird nach einem WhatsApp-Dialog mit einem Journalisten gefragt und ob die Inhalte stimmten. Sie bestätigt das. Dann geht es um Details ihrer schriftlichen Aussage. Als nächste fragt Dianne Feinstein. Sie bedankt sich für die Zeugenaussage von Professor Ford. Warum habe sie das bloß all die Jahre verschwiegen? „Das habe ich nicht. Ich habe es in der Diskretion meiner Therapie belassen, das erschien mir richtig.“ Anschließend fragte Feinstein nach den Folgen der Tat. Ford erwähnt postraumatische Belastungsstörungen, Angstattacken und andere physische und psychische Probleme – besonders, Freundschaften mit Jungs einzugehen und „akademische Probleme“.

Nach Kavanaughs Nominierung habe sie zunächst entscheiden, nichts zu sagen. Doch nachdem Reporter vor ihrer Tür auftauchten, habe sie entschieden: „Genug ist genug. Der Druck wurde einfach zu groß.“

Zur Situation an sich befragt, warum sie so sicher sei, dass Kavanaugh ihr den Mund zugehalten habe, sagt Ford, das sei eine normale Erinnerungsleistung. Es könne keinerlei Irrtum in der Erinnerung sein. Warum das nicht so sein kann und weshalb sich gewisse Erlebnis ins Gedächtnis einbrennen, erläutert Ford anschließend medizinisch.

Anschließend beschreibt Kavanaugh wieder der Staatsanwältin Details des Abends, an dem der Übergriff stattfand. „Ich erinnere mich, dass es ein recht spärlich eingerichtetes Wohnzimmer war. Eine richtige Party war es nicht. Eher ein Vortreffen, bevor man auf die richtige Party geht. Es gab auch keine Musik im Wohnzimmer.“

Der demokratische Senator Patrick Leahy fragt, ob es möglich sei, dass sie Kavanaugh verwechsle: „Nein“. Und weiter: „Was ist ihre unauslöschlichste Erinnerung an das Erlebnis? „In meinen Hippotamus hat sich ihr schallendes Gelächter eingebracht, das zu meinen Lasten ging. Einer lag auf mir und die Beiden amüsierten sich köstlich und lachten.“ „Sie erinnern sich daran, was passiert ist?“ fragt Leahy: „Ja, ganz genau“.

Es gibt weitere Detailfragen durch Staatsanwältin Mitchell.

Senator Dick Durbin (Demokraten) erwähnt , dass sich Tausende ehemalige Schulkameraden, Studenten und Kolleginnen und Kollegen solidarisch mit Professor Ford erklärt haben und lobt ihren Mut. „Ein versierter Lügner kann eine runde Geschichte erzählen. Eine traumatisierte Person kann das nach Jahrzehnten nicht.“ Und Durbin fragt: „Mit welcher Wahrscheinlichkeit können Sie sagen, dass es Brett Kavanaugh war, der Sie attackiert hat?“ „Zu 100 Prozent“.

Es gibt eine Pause. Die Aussage von Christine Blasey Ford hat gewaltigen Eindruck bei den Abgeordneten hinterlassen.

16.33 Uhr: Professor Ford beginnt ihr Statement

Sie beginnt ihr Statement mit einer kleinen Vorstellung. Sie wiederholt, nicht hier zu sein, weil sie das wolle. Dabei versagt ihr die Stimme. Sie erzählt von ihrer Highschool-Zeit auf einer Mädchenschule und erzählt von Freundschaften, die sie mit Jungsschulen pflegten und sich in Country Clubs trafen – unter anderem Brett Kavanaugh, den „Mann, der mich sexuell angriff“. An einem Abend sei sie noch zu einem Treffen gegangen und nennt drei von vier Namen von Jungs, die damals dabei waren, darunter Kavanaugh. Sie könne sich nicht mehr an alle Details erinnern.

„Aber die Details, die mich heute hierher gebracht haben, werde ich nie vergessen. Als ich ankam, tranken die Jungs im 1. Stock Bier und waren erkennbar betrunken. Als ich die Treppe hochging, um aufs Klo zu gehen, wurde ich in eine Zimmer auf ein Bett geschubst. Brett und sein Freund Marc waren da. Brett warf sich auf mich, seine Hände waren überall. Ich schrie und versuchte mich zu befreien, doch er war zu schwer. Er versuchte, mich auszuziehen, was misslang, weil ich einen einteiligen Badeanzug trug. Er hielt mir den Mund zu, damit ich nicht schreien könnte. Ich dachte, er bringt mich aus Versehen um. Schließlich konnte ich mich befreien und schloss mich im Bad ein. Marc und Brett lachten und gingen die Treppe hinunter. Als ich sicher war, dass sie nicht wiederkämen, verließ ich das Haus. Bretts Handlungen beeinflussten mein Leben nachhaltig. Ich wollte es meinen Eltern nicht erzählen, dass ich mit 15 Jahren mit Jungs Bier trinken war. Ich beschloss, die Angelegenheit zu verlassen.“

„Während einer Therapiesitzung bei einer Familientherapeutin im Mai 2012 erwähnte ich die Angelegenheit. Mein Mann erinnert sich, dass ich den Namen Kavanaugh nannte.“

Ford erwähnt weiter, dass sie ihr Schreiben an den Senat in der Hoffnung verfasste, anonym zu bleiben. „Opfer sexueller Gewalt sollten selbst in der Lage sein, zu entscheiden, ob sie das öffentlich machen wollen.“ Sie habe keine andere Wahl mehr gehabt, als die Presse von dem Brief erfuhr. „Ich entschloss mich dann, die Geschichte einem Journalisten gegenüber publik zu machen. Seit dem Erscheinen der Geschichte in der Washington Post habe ich eine Welle der Unterstützung erlebt. Gleichzeitig haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Hassbotschaften und Bedrohungen meiner Familie haben dazu geführt, dass wir unser Zuhause verlassen mussten und uns in professionellen Schutz begaben. Die vergangenen Wochen waren die schwersten meines Lebens. Mein Trauma musste ich unter den Augen der Weltöffentlichkeit noch mal durchleben.“

Ford erwähnt, dass ihre Verantwortung darin bestünde, die Wahrheit zu sagen darüber, wie Kavanaughs Taten ihr Leben bestimmt hätten.

Unter Tränen beendet sie ihr Statement.

16.32 Uhr: Grassley schwört Ford ein

Sie schwört, die Wahrheit sagen, so wahr ihr Gott helfe.

16.18 Uhr: Dianne Feinstein, Mitglied des Justizausschusses

Die Demokratin Dianne Feinstein begrüßt Professor Ford und spricht von einem „beeindruckenden Lebenslauf“ der Professorin mit zwei Master-Titeln. Die vielfach ausgezeichnete Wissenschaftlerin sei eine mutige Frau, die auch noch zwei Kinder großgezogen habe. Feinstein erwähnt, dass eine von drei Frauen und einer von sechs Männern in den USA sexuellen Missbrauch erleben müssen. Häufig werde ihnen nicht geglaubt. Und da sie stets verängstigt und traumatisiert seien und sich schämten, schwiegen sie oft ihr Leben lang. „Vergessen Sie das nicht bei dieser Anhörung“. Häufig würden Frauen bei ihren Aussagen erneut traumatisiert. Feinstein erwähnt, dass Ford ursprünglich ihre Geschichte nicht öffentlich machen wollte. Doch dann sei sie einfach wegen ihres Schreibens vorgeladen worden. Und so habe sich Ford zu ihrer Aussage entscheiden. Feinstein erwähnt andere Aussagen von Frauen, die Kavanaughs Verhalten in Highschool- und Studienzeiten beschreiben und erwähnt Alkoholexzesse und Erinnerungslücken.

16.05 Uhr: Die Anhörung beginnt

Der republikanische Senator Chuck Grassley, Vorsitzender des Justiz-Ausschusses, sagt in seinem Eingangs-Statement, dass nun die Anhörung für Brett Kavanaugh fortgesetzt wird und spricht beiden Anwesenden seinen Respekt aus und entschuldigt sich dafür, wie Kavanaugh und Prof. Ford behandelt worden seien.

Von RND/Daniel Killy

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