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Trump feuert Außenminister Tillerson

Paukenschlag in den USA Trump feuert Außenminister Tillerson

Der US-Präsident entledigt sich des Mannes, der seiner Regierung im Ausland bisher mit am stärksten ein Gesicht gegeben hatte. Nachfolger wird der bisherige Chef der CIA, Mike Pompeo.

Von Trump gefeuert: der bisherige US-Außenminister Rex Tillerson.

Quelle: dpa

Washington. US-Präsident Donald Trump hat seinen Außenminister Rex Tillerson entlassen. Wie der Präsident am Dienstagmorgen (Ortszeit) auf Twitter mitteilte, wird der bisherige CIA-Direktor Mike Pompeo Tillersons Amt übernehmen. Nachfolgerin von Pompeo werde seine bisherige Stellvertreterin Gina Haspel, die im Falle einer Bestätigung durch den Senat die erste Frau auf diesem Posten sein wird.

Trump hat eingeräumt, mit seinem entlassenen Außenminister Rex Tillerson bei Themen wie dem Atomabkommen mit dem Iran unterschiedliche Ansichten gehabt zu haben. Die Entscheidung zum Rauswurf seines Chefdiplomaten habe er selbst getroffen, sagte Trump am Dienstag vor Reportern. Tillerson und er hätten „seit langem darüber gesprochen“. Tillerson werde „jetzt viel glücklicher“ sein, so Trump.

Aus dem Weißen Haus verlautete, Trump habe vor Gesprächen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und verschiedenen Handelsverhandlungen ein neues Team um sich haben wollen. Ähnliches hatte die „Washington Post“ zuvor ebenfalls unter Verweis auf Angaben aus Regierungskreisen berichtet. Er lobte den 65-Jährigen lediglich für seine Zeit als Chefdiplomat der US-Regierung. „Danke an Rex Tillerson für seinen Dienst“, schrieb er.

Der Staatssekretär im Außenministerium, Steve Goldstein, erklärte am Dienstag, Trump habe vor seiner Entscheidung nicht mit Tillerson gesprochen. „Der Minister hatte die volle Absicht, im Amt zu bleiben“, heißt es in der Stellungnahme unter anderem.

Tillerson, der frühere Chef des Ölriesen Exxon Mobile, hatte der Regierung seit dem Amtsantritt von Trump Anfang 2017 als Außenminister gedient. Vor allem die Kontroverse um das Atomwaffen- und Raketenprogramm von Nordkorea hatte seine Amtszeit geprägt. Tillerson hatte sich für mehr Diplomatie im Umgang mit Pjöngjang eingesetzt, war dafür aber öffentlich von Trump zurückgepfiffen worden. Über ein angespanntes Verhältnis zwischen den beiden hatte es praktisch während der gesamten Regierungszeit Spekulationen gegeben.

Am Montag war Tillerson von einer verkürzten Afrika-Reise zurückgekehrt - nur wenige Stunden vor Trumps Bekanntgabe. Am Samstag hatte er bei einem Besuch in Kenia eine Reihe von Terminen absagen müssen. Staatssekretär Steve Goldstein hatte das damit begründet, dass sich der Außenminister nach tagelanger Arbeit an wichtigen Angelegenheiten nicht wohl fühle.

Unterdessen wurde bekannt, dass nach Außenminister Rex Tillerson auch Staatssekretär Steve Goldstein seinen Posten in dem Ministerium verlassen muss. Er sei gefeuert worden, verlautete am Dienstag aus dem Weißen Haus. Wenige Stunden zuvor war bekannt geworden, dass Trump Tillerson mit dem bisherigen CIA-Direktor Mike Pompeo ersetzt. Goldstein erklärte daraufhin, Trump habe vor seiner Entscheidung nicht mit Tillerson gesprochen. „Der Minister hatte die volle Absicht, im Amt zu bleiben“, teilte er mit.

Entlassungen und Rücktritte unter Trump

Seit Donald Trump im Oval Office sitzt, haben etliche Amtsträger im Weißen Haus und in den US-Ministerien ihre Plätze geräumt - manchmal freiwillig, manchmal erzwungen. Ein kurzer Überblick über diejenigen, die seit Trumps Amtsbeginn vor gut 14 Monaten zurückgetreten sind oder entlassen wurden:

13. März 2018: Rex Tillerson, Außenminister

12. März 2018: John McEntee, Trumps persönlicher Assistent und Berater

6. März 2018: Gary Cohn, Wirtschaftsberater

28. Februar 2018: Hope Hicks, Kommunikationsdirektorin

27. Februar 2018: Josh Raffel, Vize-Kommunikationsdirektor

7. Februar 2018: Rob Porter, Stabssekretär

13. Dezember 2017: Omarosa Manigault Newman, Kommunikationsdirektorin des Büros des Weißen Hauses für öffentliche Beteiligung

8. Dezember 2017: Dina Powell, stellvertretende nationale Sicherheitsberaterin

29. September 2017: Tom Price, Gesundheitsminister

25. August 2017: Sebastian Gorka, nationaler Sicherheitsberater

18. August 2017: Stephen Bannon, Chefstratege

31. Juli 2017: Anthony Scaramucci, Kommunikationsdirektor

28. Juli 2017: Reince Priebus, Stabschef

21. Juli 2017: Sean Spicer, Regierungssprecher

30. Mai 2017: Michael Dubke, Kommunikationsdirektor

9. Mai 2017: James Comey, FBI-Direktor

30. März 2017: Katie Walsh, stellvertretende Stabschefin

13. Februar 2017: Michael Flynn, nationaler Sicherheitsberater (tap)

Von RND/AP