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Welt Taliban in Afghanistan wieder auf dem Vormarsch
Mehr Welt Taliban in Afghanistan wieder auf dem Vormarsch
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20:23 27.11.2018
Nach einer Attacke der Taliban in der afghanischen Provinz Ghazni stehen Bewohner inmitten der zerstörten Häuser. Quelle: AP Photo/Rahmatullah Nikzad
Washington

Es ist der verlustreichste Tag der US-Armee in Afghanistan in diesem Jahr: Bei einer Minenexplosion unweit der geschichtsträchtigen Stadt Ghazni wurden am Dienstag drei US-Soldaten getötet, drei weitere Soldaten und ein amerikanischer Zivilangestellter schwer verwundet.

Wenige Stunden später bekannten sich die Taliban zu dem Anschlag und behaupteten, einen US-Panzer zerstört zu haben. Nur drei Tage zuvor war ein amerikanischer Soldat in einem Feuergefecht mit Al-Kaida-Kämpfern gefallen.

Trauer um siebenfachen Familienvater

Für Aufsehen sorgt in den USA zudem der Tod des Kommunalpolitikers Brent Taylor: Der Vater von sieben Kindern hatte seinen Armeedienst eigentlich abgeschlossen, wurde aber Anfang des Jahres als Reservist der Nationalgarde noch einmal nach Afghanistan versetzt. Anfang November fiel der 39-Jährige während eines Trainings in Kabul dem Angriff eines afghanischen Soldaten zum Opfer.

Erst vor drei Monaten hatten die Aufständischen Ghazni angegriffen und konnten nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums nur mit Mühe aus der Provinzhauptstadt wieder vertrieben werden. Nach wie vor würden die Taliban-Kämpfer Teile der Region kontrollieren.

Hohe Verluste beim afghanischen Militär

Seitdem das US-Militär Ende 2014 weitestgehend aus dem Bürgerkriegsland abzogen wurde, sollten sich die verbliebenen 14.000 amerikanischen Soldaten eigentlich auf das Training der einheimischen Sicherheitskräfte beschränken. Dennoch seien die eigenen Armeeangehörigen aber oftmals direkt in die Operationen eingebunden, heißt es im Pentagon in Washington.

Wie instabil die Lage ist, zeigt sich insbesondere an den Opferzahlen des afghanischen Militärs: Seit Jahresanfang wurden – durchschnittlich – pro Tag 25 einheimische Soldaten getötet. Afghanistans Polizei und Armee hatten Anfang 2015 die Verantwortung für die Sicherheit von den Nato-Truppen übernommen.

Skeptisch äußert sich mit Blick auf die Sicherheitslage am Hindukusch auch Donald Trump. Seine Regierung sei in die Friedensverhandlungen zwar eng eingebunden, sagte der Präsident am vergangenen Donnerstag. Er wolle aber keine Prognosen über den weiteren Verlauf der Gespräche abgeben.

Afghanistans Präsident zeichnet optimistischeres Bild

Ein optimistischeres Bild zeichnet dagegen Aschraf Ghani. Bei einer Investorenkonferenz am Dienstag in Genf hob der afghanische Präsident die Reformbemühungen seiner Regierung hervor und betonte, dass trotz der Konflikte weite Teile des Landes befriedet seien.

Von Stefan Koch/RND

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