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Welt Sturzregen und Überflutungen im kalifornischen Waldbrandgebiet
Mehr Welt Sturzregen und Überflutungen im kalifornischen Waldbrandgebiet
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09:18 30.11.2018
Überflutete Straßen im Norden Kaliforniens. Quelle: AP Photo/Rich Pedroncelli
Paradise

Nach einem verheerenden Waldbrand machen dem Unglücksgebiet im Norden Kaliforniens nun Sturzfluten zu schaffen. Per Boot hätten Einsatzkräfte in der Stadt Chico etliche Anwohner aus drei überschwemmten Häusern befreit, sagte ein Sprecher der Fort- und Feuerschutzbehörde. Ein Sturm brachte am Donnerstag (Ortszeit) rund vier Zentimer Regen über die Gegend, Bäume wurden entwurzelt und Strommasten aus der Verankerung gehoben.

Auch aus Gegenden, die nicht vom schweren Waldbrand betroffen waren, seien Sturzfluten gemeldet worden. Rettungsteams halfen Autofahrern, die auf überfluteten Straßen in ihren Autos festsaßen. Rund 100 Fahrzeuge seien aufgefordert worden, an Ort und Stelle zu bleiben, bis der Regen am Nachmittag (Ortszeit) nachließ.

Menschgen mussten wegen der Sturzfluten ihre Häuser verlassen

Für den Bezirk Butte County ordnete Sheriff Kory Honea Evakuierungen an. Etliche Menschen wurden in eine Kirche in Chico gebracht. In der Stadt hatten schon viele Anwohner von Paradise und Umgebung Zuflucht vor dem Waldbrand gefunden, der am 8. November die Region heimgesucht und wochenlang in Atem gehalten hatte.

Das Feuer fraß sich rasch durch mehr als 600 Quadratkilometer trockenes Strauch- und Waldland weit im Norden von San Francisco fraß. Fast 90 Menschen kamen um – so viele Todesopfer hatte es bei einem Waldbrand in den USA seit 100 Jahren nicht gegeben. Rund 14.000 Gebäude gingen in Flammen auf, die Stadt Paradise wurde komplett zerstört. Am vergangenen Wochenende brachte die Feuerwehr den Waldbrand vollständig unter Kontrolle.

Ein reißender Fluss in Trabuco Canyon in Kalifornien. Quelle: Mark Rightmire/The Orange County Register via AP

Anwohner Dale Word, ein Ingenieur aus dem Großraum Chico, erlebte am Donnerstag ein Déjà-vu: Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen musste er sein Haus verlassen, erst wegen dem Waldbrand und nun wegen der Sturzfluten. Die Katastrophen, die Butte Couty träfen, machten ihn sprachlos. „Wo man auch hingeht, redet man mit Leuten, die alles verloren haben und es ist einfach tragisch“, ergänzte Word - und übte sich in Galgenhumor: „Es fühlt sich so an, als ob jederzeit die Vier Reiter der Apokalypse den Hügel runterreiten würden.“

Von RND/AP