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Welt TV-Duell: Söder und Hartmann schenken sich nichts
Mehr Welt TV-Duell: Söder und Hartmann schenken sich nichts
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09:59 27.09.2018
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (l., CSU) und Grünen-Herausforderer Ludwig Hartmann. Quelle: Sven Hoppe/dpa
München

Die Kontrahenten: Markus Söder, 51, CSU, Franke, seit gut einem halben Jahr bayerischer Regierungschef: dunkler Anzug, lila Krawatte, routiniert im Auftritt, manchmal etwas zu abgeklärt. Grünen-Realo Ludwig Hartmann, 40, Kommunikationsdesigner und Schnellredner aus Landsberg am Lech, bisher selbst in Bayern noch relativ unbekannt. Der Mann, der zuletzt immer in Schatten seiner 33-jährigen Co-Spitzenkandidatin Katharina Schulze stand, hält bei Söder putzmunter dagegen. Die Stärke der Grünen in den Umfragen sind der Grund dafür, dass es erstmals in Bayern kein TV-Duell mit sozialdemokratischer Beteiligung geben wird.

Das Setting: Schauplatz des TV-Duells war das Alte Gaszählerwerk im Münchener Norden. Ein schlichter Raum, dezentes Licht, drei Stehpulte. Christian Nitsche, Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, müht sich zwar um Struktur. Doch war er nicht mehr als ein blasser Stichwortgeber, hatte die Debatte nicht immer im Griff.

Die Ausgangslage: Söder und die CSU stehen mit dem Rücken zur Wand. Den Verlust der absoluten Mehrheit scheinen sie kaum noch abwenden zu können. In der letzten BR-Umfrage („Bayerntrend”) waren die Christsozialen auf 35 Prozent abgestürzt, die Grünen mit 17 Prozent dagegen im Aufwind. Alles dürfte sich in den nächsten Wochen darauf konzentrieren, wie eine mögliche Koalitionsregierung aussehen könnte.

Die Themen: Es war ein bunter Mix, von Wohnungsbau und Mietmisere bis zu Energiewende, Diesel-Fahrverboten und Innerer Sicherheit. Eine Debatte mit Klein-Klein, großen Linien und viel Zahlensalat, am Ende ohne klaren Sieger. Beiden Kontrahenten gelang es, ihr Profil zu schärfen. Söder gab den Landesvater („Bayern ist super“), Hartmann den angriffslustigen Herausforderer, der immer wieder Gerechtigkeit und Ökologie in den Vordergrund stellt. Erstaunlich: Beim Thema Flüchtlingspolitik halten sich beide zurück, suchen nicht den großen Streit.

Die bundespolitische Dimension: Der Fall Maaßen und das jüngste Beben in der Unionsfraktion in Berlin werfen natürlich Fragen auf. Doch die wischt Söder beiseite. Mag er sich auch ärgern über den Konfrontationskurs seines Parteichefs Horst Seehofer in der Hauptstadt, im TV-Duell wollte er sich nichts anmerken lassen. „Wir sind ja jetzt hier in Bayern”, grantelt Söder. Und Berliner Verhältnisse wolle er in Bayern eben nicht haben.

Der spannendste Moment: Die beiden Kontrahenten schenken sich nichts. Gut 39 Minuten ist das Duell alt, als die Sprache auf den Kreuz-Erlass kommt – also die seit kurzem geltende Kruzifix-Pflicht in den Vorzimmern bayerischer Amtsstuben. Er wolle den Erlass wieder zurücknehmen, sagt Grünen-Mann Hartmann. Mit ihm komme das Abhängen von Kreuzen nicht in Frage, kontert Söder.

Die Koalitions-Prognose: Schwierig. Söder und Hartmann flüchten sich in die üblichen Floskeln, die Distanz ausdrücken, aber nichts ausschließen sollen. „Wir wollen Bayern gestalten und zum Guten verändern”, sagt Hartmann. Es komme letztlich auf die Inhalte an. Söder unterstreicht, er kämpfe dafür, dass die CSU so stark wie möglich ist. Im Übrigen seien die Grünen eine Bevormundungspartei, mit einem „ziemlich spießigen Programm“.

Die Überraschung am Schluss: Das TV-Duell endet friedlich. Die beiden sollen einander eine Frage stellen. Hartmann will von Söder wissen, ob er mal mit ihm Wandern gehen wolle, um gemeinsam über die Schönheit der bayerischen Natur zu sprechen. Der Ministerpräsident fragt zurück, ob das nicht auch bei ihm „dahaom “ in Franken möglich wäre. Gemeinsam Wandern kein Problem, doch eines wird an diesem Abend im Münchener Gaszählerwerk auch klar: Der Weg in eine mögliche schwarz-grüne Koalition wird kein Spaziergang.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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