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Welt So verzweifelt wirbt Frankfurt um Brexit-Banker
Mehr Welt So verzweifelt wirbt Frankfurt um Brexit-Banker
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16:49 10.10.2018
In Frankfurts Hochhäusern ist noch Platz für Banker aus London. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
Hannover/Frankfurt.

Wenn Frankfurt ein Mann wäre, wie würde er wohl aussehen? Glaubt man den Machern eines aktuellen Werbevideos für den Finanzplatz am Main, dann hat er ein markantes Kinn, trägt einen Seitenscheitel und krempelt seine Hemdsärmel lässig nach oben. Und er heißt „Furt, Frank Furt“. So stellt sich jedenfalls die Comic-Figur vor, die Hauptfigur in dem Youtube Clip von „Frankfurt Main Finance“, einer Art Lobbygruppe für die Bankenstadt Frankfurt.

Das Video soll dazu dienen, Banker aus London für Frankfurt zu begeistern. „Der Kurzfilm ist der vorläufige Höhepunkt der Social-Media-Kampagne Destination Frankfurt“, schreibt Frankfurt Main Finance zu dem Video. Die Hoffnung ist groß, dass mit dem Brexit viele Arbeitsplätze von London aufs Festland verlagert werden. Frankfurt steht allerdings im Wettbewerb mit wahren Metropolen, etwa Paris.

Doch jetzt gibt es das Video: Zu lässiger Lounge-Musik trifft Herr Furt in einer Bar auf eine Frau, die sich als Nathaly vorstellt. Von Herrn Furt hat sie leider bisher nichts Gutes gehört und denkt sofort an einen bayerischen Trinker in Tracht, schlechtes Essen und Verschlossenheit.

Aber dann legt Frank Furt los: Tolle Architektur, Bauernmärkte, der Rheingau und ein spannendes Nachtleben, nennt er als Vorzüge. Dass das Rheintal nur eher entfernt mit Frankfurt zu tun hat, verschweigt er. Ist ja schließlich das erste Date. Nicht ganz die Wahrheit ist dann auch die Einwohnerzahl: „Ich würde sechs Millionen nicht provinziell nennen“, sagt er. Dafür muss er aber einen großen Kreis um Frankfurt ziehen, die Stadt selbst hat jedenfalls nicht mehr als 700.000 Einwohner.

Als Frank Furt dann auch noch lokales Essen wie Handkäs’ und Grüne Soße ins Gespräch bringt, ist es um Nathaly geschehen. Dann kommen noch die harten Fakten: Viele Banken, starke Universitäten und niedrige Lebenskosten (im vergleich zu London). Und Zack: Nathaly ist verliebt.

Viel plumper (und sexistischer) könnte ein solches Werbefilmchen kaum ausfallen. Die Kommentare unter dem Video sprechen Bände: „Frankfurt deserves a much better PR“ – Frankfurt verdiene eine viel bessere Werbung, schreibt jemand. Ein Anderer meint: „Fremdschämen at its best“.

Von Christian Palm/RND

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