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Welt So geht es nach dem Dawanda-Aus weiter
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20:02 25.07.2018
Die Dawanda-Website wird ab dem 30. August auf das Konkurrenz-Portal Etsy umgeleitet. Quelle: Fotolia; Montage: RND
Hannover

Ob handgefertigte Ledertaschen, selbst geschmiedete Armreifen oder bedruckte Postkarten: Dawanda war jahrelang der größte deutsche Handelsplatz für Selbstgemachtes. Doch zum 30. August geht die Internetplattform offline. Rund 70 000 Verkäufer verlieren damit eine wichtige Einnahmequelle, rund sieben Millionen Nutzer ihre Einkaufsplattform. Dawanda empfiehlt ihren Händlern und Kunden den Umzug zu Etsy, ihrer größten Konkurrenz. Ist das die Lösung? Ein Überblick.

Warum macht Dawanda plötzlich dicht?

Das Onlineportal wurde vor zwölf Jahren gegründet und machte schnell Furore in der Start-up-Szene. Die Plattform gewann immer mehr Verkäufer und Kunden für sich, verdiente aber kein Geld. Laut der Internetseite Deutsche Start-ups sind seit der Gründung mehr als 20 Millionen Euro Verlust aufgelaufen. 2017 musste Dawanda ein Viertel seiner Mitarbeiter entlassen. Gründerin und Geschäftsführerin Claudia Helming suchte nach Möglichkeiten, weiter zu wachsen. Auch wenn das Unternehmen im Herbst 2017 erstmals schwarze Zahlen schrieb, scheiterte das Projekt Wachstum an mehreren Faktoren. Zum einen ist Dawanda nicht der Sprung in die englischsprachige Welt gelungen – denn dort hatte sich schon die Konkurrenz breitgemacht, vor allem das US-Portal Etsy mit einem sehr ähnlichen Konzept. Außerdem stieß Dawanda auch technisch immer wieder an seine Grenzen.

Wie geht es jetzt für die Händler weiter?

Dawanda empfiehlt seinen Verkäufern den Umzug zur Konkurrenzplattform Etsy. Gemeinsam habe man ein Tool entwickelt, mit dem Händler ihren Shop mit wenigen Klicks zur neuen Plattform übertragen könnten, inklusive der Produktpalette und der Kundenbewertungen. So kann Etsy die deutschen Händler und Kunden des gescheiterten Konkurrenten einsammeln. In welcher Form Dawanda oder Helming profitieren, lassen die Unternehmen offen.

Was bedeutet das Aus für die Kunden?

Ab dem 30. August ist die Website von Dawanda nicht mehr erreichbar, Nutzer werden automatisch zu Etsy umgeleitet. Bis Ende August können Kunden Produkte kaufen, im Anschluss haben sie noch 30 Tage Zeit, die Einkäufe zu bezahlen, abzuwickeln und mit dem Verkäufer zu kommunizieren. Danach ist Schluss. Auch Gutscheine von Dawanda sind nur noch bis zum 30. August gültig. Wenn ein Händler sich dazu entschließt, zu Etsy umzuziehen, werden direkte Besucher des Dawanda-Shops automatisch zum Etsy-Shop umgeleitet. Wer seinen Lieblingsshop nicht verlieren möchte, merkt sich also am besten die genaue Internetadresse.

Ist Etsy eine gute Alternative?

Etsy ist wesentlich größer – mit allen Vor- und Nachteilen. Das US-Unternehmen ist börsennotiert, zu den Investoren gehören milliardenschwere Anlagefonds wie Blackstone und Vanguard. Die Shopping-Plattform ist also stark gewinnorientiert, hat aber auch mehr finanzielle Möglichkeiten, zum Beispiel die Technik auf dem neusten Stand zu halten. Weltweit zählt Etsy 1,9 Millionen Verkäufer und 35 Millionen Kunden. Für Händler bedeutet das, dass sie ihren Kundenstamm international ausweiten, und Kunden können auch bei ausländischen Shops einkaufen. Andererseits befürchten viele deutsche Verkäufer jedoch, künftig in der Masse der Angebote unterzugehen und nicht gefunden zu werden.

Sind die Gebühren für Händler dieselben?

Etsy verlangt pro eingestelltem Artikel eine Gebühr von 0,20 Dollar, zusätzlich werden bei einem Verkauf 5 Prozent der Gesamtkosten für Artikel und Versand als sogenannte Transaktionskosten fällig. In dieser Größenordnung hatten auch Gebühr und Provision bei Dawanda gelegen.

Andere Alternativen: Amazon und Palundu

Amazon bietet seit zwei Jahren die Plattform Amazon Handmade an. Der Marktplatz enthält ausschließlich handgefertigte Produkte. Händler müssen sich erst bei Amazon bewerben, ein Team prüft dann, ob die Produkte den Kriterien des Portals entsprechen. Allerdings ist die Plattform wesentlich teurer: Für jeden verkauften Artikel verlangt Amazon 12 Prozent Provision.

Palundu gibt es erst seit Anfang 2017. Das Portal wirbt damit, in einem Prüfverfahren bei jedem Produkt zu ermitteln, ob es wirklich selbst gemacht ist. Erst wenn das Produkt die Prüfung bestanden hat, wird es freigeschaltet. Händler müssen monatlich 5 Euro Gebühr für eine Premium-Mitgliedschaft zahlen, sonst fallen keine Kosten an. Palundu hat nach eigenen Angaben derzeit 15 000 Besucher pro Woche.

Von Anne Grüneberg/RND

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