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Welt Comics zu Musik: So außergewöhnlich werden die jüdisch-israelischen Kulturtage
Mehr Welt Comics zu Musik: So außergewöhnlich werden die jüdisch-israelischen Kulturtage
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08:18 01.11.2018
Virtuos am Klavier: der Komponist Itay Dvori. Quelle: Jakob Reinhardt/dpa
Erfurt

Konzerte, Filme, Lesungen, Tanz und mehr: Auch unter neuer Leitung bietet die 26. Ausgabe der jüdisch-israelischen Kulturtage in Thüringen ein umfassendes Programm. Vom 3. bis 18. November sind in 20 Städten etwa 100 Veranstaltungen geplant.

Zu den Höhepunkten zählt der neue Projektleiter Michael Dissmeier unter anderem die Comic-Konzerte von Itay Dvori. Bei ihnen spielt der Komponist Dvori auf dem Piano, während Ausschnitte von Comics israelischer und deutscher Autoren an eine Wand projiziert werden. „Ein ganz besonderes, international hochgelobtes Erlebnis“, sagt der freie Regisseur Dissmeier, der etwa für seine Arbeit am Deutschen Nationaltheater Weimar bekannt ist.

Dissmeier hatte die Projektleitung übernommen, nachdem sich die bisherige Leiterin und der für die Organisation verantwortliche Förderverein im vergangenen Jahr wegen unterschiedlicher Vorstellungen von der weiteren Ausrichtung des Festivals überworfen hatten.

Puppentheater für Flüchtlinge

Auch ein speziell an geflüchtete Familien gerichtetes Puppentheater auf Deutsch und Arabisch zählt zu den ungewöhnlicheren Programmpunkten. Außerdem ragen Dissmeier zufolge die szenischen Lesungen von Imre Kertész’ „Roman eines Schicksalslosen“ als besondere Veranstaltung heraus. In dem Buch wird etwa aus der Perspektive eines Jugendlichen über die Geschehnisse im früheren Konzentrationslager Buchenwald berichtet.

Daneben gibt es viele Konzerte, etwa mit Klezmer-Musik, Film- und Tanzvorführungen, sowie Gelegenheit, über die Bedeutung jüdischer und israelischer Kultur im heutigen Deutschland ins Gespräch zu kommen. In der Vortragsreihe „70 Jahre Israel“ sprechen Experten über die Geschichte und Gegenwart des am 14. Mai 1948 gegründeten Staates im Nahen Osten.

Ministerpräsident Ramelow als Schirmherr

Zur offiziellen Eröffnung am 4. November in der kleinen Synagoge in Berkach (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) wird als Schirmherr Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erwartet. Die Staatskanzlei und weitere Partner fördern und unterstützen die Kulturtage.

Neben diesen gibt es in Thüringen zwei weitere jüdisch geprägte Festivals: den Yiddish Summer Weimar und die Achava Festspiele mit Schwerpunkt in Erfurt. Mit den Festspielen kooperieren die Kulturtage. „Wir sind keine Konkurrenz, wie manche meinen, sondern bereichern einander ebenso wie die Kulturlandschaft im Freistaat“, schrieb der Vorsitzende des Fördervereins, Ricklef Münnich, im Vorwort zum Programm der Kulturtage.

Von RND / dpa

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