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12:19 23.11.2018
Nicht um einen gewagten Vergleich verlegen: Ministerpräsident Daniel Günther. Quelle: Markus Scholz/dpa
Kiel

Beifall für seine Äußerung bekommt Günther vom Landes-Flüchtlingsbeauftragten Schleswig-Holstein. FDP und Grüne teilen Günthers Zielrichtung, stoßen sich aber an dem Kinder-Beispiel. Der Ministerpräsident, der am Freitag seine Antrittsrede als Präsident des Bundesrates hält, ließ auf einer Veranstaltung der Reinickendorfer CDU keinen Zweifel daran, dass Deutschland ein modernes Einwanderungsrecht samt „Spurwechsel“ für integrierte Flüchtlinge benötige.

Sieben Kinder gegen alternde Gesellschaft

Deutschland brauche diese Menschen, sagte Günther und brachte mit Blick auf die alternde Gesellschaft das Sieben-Kinder-Argument. „Wenn wir keine Einwanderung wollen, aber unseren Wohlstand behalten möchten, dann müsste jede deutsche Frau rechnerisch sieben Kinder bekommen“, sagte er in Berlin. Ob die Rechnung stimmt, ist unklar. Der Ministerpräsident nannte keine Quelle, verwies jedoch auf den klaren Trend in mehreren Bevölkerungsstatistiken und Prognosen. Demnach könnten in Deutschland selbst bei einer Zuwanderung von jährlich 200.000 Menschen 2040 rund drei Millionen Fachkräfte fehlen.

„Ohne Zuwanderung werden alte Leute sich bald im Pflegeheim selbst versorgen müssen“, warnte der Flüchtlingsbeauftragte Stefan Schmidt. Die FDP steht inhaltlich hinter Günther. „Die Verknüpfung der Einwohnerzahl mit dem Erhalt unseres Wohlstandes ist natürlich überspitzt formuliert, aber dass wir mit Blick auf die Demografie eine gewisse Zuwanderung brauchen, liegt auf der Hand“, meinte Fraktionschef Christopher Vogt.

Im Gespräch mit den Kieler Nachrichten warnte Günther mit Blick auf umstrittene Äußerungen seines Parteifreundes Friedrich Merz davor, das Grundrecht auf Asyl in Frage zu stellen.

Von Ulf B. Christen/KN/RND

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