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Welt Sie beherrschte Zeichensprache: Gorilla-Dame Koko tot
Mehr Welt Sie beherrschte Zeichensprache: Gorilla-Dame Koko tot
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16:01 22.06.2018
Die Gorilla-Dame Koko war weltberühmt – jetzt ist sie gestorben. Quelle: AP
San Francisco

Sie verstand rund 2000 Wörter, beherrschte mehr als 1000 Zeichen in Gebärdensprache und hatte ein Faible für Katzen: Koko, der wohl berühmteste Gorilla der Welt, ist Anfang der Woche im Alter von 46 Jahren verstorben.

1971 im Zoo von San Francisco geboren, kam Koko im Alter von sechs Monaten in die Obhut der Psychologin und Forscherin Francine Patterson, die für sie zur Freundin und Mutterfigur wurde. Patterson lehrte Koko im Laufe der folgenden Jahre Zeichensprache, die das Gorillaweibchen auf seine ganz eigene Weise adaptierte und modifizierte. Auf diese Weise kreierte sie neue Symbole mit komplexer Bedeutung: Die Zeichen für „Finger“ und „Armreif“ beispielsweise verband sie miteinander zu einer Geste für „Fingerring“.

Gorilla blieb trotz Nachwuchswünschen kinderlos

Koko war außerdem im Stande, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle gegenüber Patterson und anderen Menschen auszudrücken. Festgehalten wurden die gemeinsamen Jahre des Lernens und Kommunizierens vom Kameramann Ronald H. Cohn, dessen Aufnahmen in der Reportage „A Conversation with Koko“ (in englischer Sprache auf YouTube zu sehen) zusammengetragen wurden.

Sie dokumentierte auch, wie Koko den Wunsch nach einem Kind äußerte. Versuche, Koko zu „verkuppeln“, scheiterten jedoch daran, dass die Kommunikation mit den männlichen Partner misslang. So blieb Koko bis zu ihrem Tod kinderlos. Einsam war sie jedoch nicht: Seit 1979 lebte sie zusammen mit anderen Gorillas in der 1976 gegründeten „Gorilla Foundation“ im kalifornischen Woodside.

Zweifel an Pattersons Version der Geschichte

Ob Koko die Zeichensprache tatsächlich auf dem Niveau nutzte, das Patterson ihr zuschrieb, konnte jedoch niemals wissenschaftlich belegt werden: Patterson ließ aus Sorge um den Affen keine Untersuchungen von unabhängigen Experten zu und blieb ihre einzige Übersetzerin. Ihre starke emotionale Bindung zum Gorillaweibchen könnte eine Quelle für Fehlinterpretationen gewesen sein: Möglicherweise wurden sinnlose Zeichen übersehen, während sich die Psychologin nur auf sinnvolle Zeichen konzentrierte.

Kokos Wunsch nach einem Kind konnte Patterson zumindest mindern, indem sie Katzen in die Obhut des Gorillas gab, die Koko mit größter Fürsorge und Zärtlichkeit behandelte. Ihr erstes Kätzchen, das Koko „All Ball“ nannte, bekam sie 1984. Als es ein Jahr später aus der Forschungsanlage entwich und von einem Auto überfahren wurde, reagierte Koko mit einer Geste für Weinen sowie mit den Gebärden für „Schlafen“ und „Kätzchen“. Wenn Kokos Geschichte also eines zeigt, dann, dass nicht nur Menschen zu Empathie und Mitgefühl fähig sind.

Von Christian Neffe/RND

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