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Welt Terrorverdächtiger soll Kontakt zu Anis Amri haben
Mehr Welt Terrorverdächtiger soll Kontakt zu Anis Amri haben
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19:11 22.08.2018
In diesem Haus in Berlin wurde der 31-Jährige festgenommen. Quelle: Paul Zinken/dpa
Karlsruhe/Berlin

Die Polizei hat in Berlin einen 31-Jährigen festgenommen, der unter dem Verdacht steht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat sowie ein Explosionsverbrechen geplant zu haben. Das teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch mit.

Demnach durchsuchte die Spezialeinheit GSG9 auch die Wohnung des tschetschenischen Staatsbürgers Magomed-Ali C. in Berlin. Gemeinsam mit dem in Frankreich inhaftierten Clément B. soll der Verdächtige die Verbrechen geplant haben. Der Zugriff erfolgte in Absprache mit den französische Behörden.

Der mutmaßliche Islamist soll am 26. Oktober 2016 in seiner Berliner Wohnung eine erhebliche Menge TATP verwahrt haben. Mit dem hochexplosiven Acetonperoxid wollte der Verdächtige gemeinsam mit B. einen Sprengsatz herstellen. Dieser sollte an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dabei sollte eine große Anzahl an Menschen getötet und verletzt werden. Wo sich der Sprengstoff befindet, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Die Vorbereitungen auf den Anschlag wurden demnach 2016 durch eine „präventivpolizeiliche Maßnahme“ gestört, hieß es in der Mitteilung. Daraufhin trennten sich die Komplizen. Clément B. wurde schließlich am 18. April 2017 festgenommen.

Kontakte zu Anis Amri?

Weitere Brisanz könnte der Fall bekommen, wenn sich Hinweise erhärten, nach denen Clement B. Kontakte zu Anis Amri, dem Attentäter auf dem Berliner Breitscheidplatz, hatte. Amri hatte am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen getötet und 60 verletzt. Clement B. soll unter anderem Namen in den Kontaktdaten von Amris Handy abgespeichert sein.

Amri hatte sich vor dem Terroranschlag in Internetforen mehrfach damit gebrüstet, er verfüge über beste Beziehungen nach Frankreich und könne sich von dort mühelos Waffen besorgen. Allerdings soll Amri seinerseits nichts von den Terrorvorbereitungen der Pankower Zelle gewusst haben.

Mögliche Verbindung zu Berlin-Anschlag

Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) prüft der Staatsschutz seit einigen Monaten nicht nur mögliche Verbindungen zwischen Magomed-Ali C. und Anis Amri, sondern auch, welche Rolle tschetschenische Terrorhelfer im Falle des Berlin-Anschlags gespielt haben könnten. Amri hielt sich vor seiner Todesfahrt über den Weihnachtsmarkt am Fuße der Gedächtniskirche über Monate in der Fussilet-Moschee in Berlin-Moabit auf, die über Jahre Treffpunkt für aus Tschetschenien stammende Islamisten war. Amri soll dort Magomed-Ali C. und Clement B. getroffen haben. Magomed-Ali C. wurde Mittwoch verhört. Er soll am Donnerstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Bereits als Gefährder bekannt

Sicherheitsbehörden beobachten verstärkt illegale Einreiseversuche von Tschetschenen mit russischen und weißrussischen Pässen über die polnisch-deutsche Grenze. Das geht aus vertraulichen Berichten des Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration hervor. In Sicherheitskreisen hieß es, der jetzt verhaftete Russe sei den Behörden schon länger als Gefährder bekannt.

Von RND/ots/mkr/Jörg Köpke

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