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06:02 29.03.2018
Bildungswesen in Deutschland: Die Große Koalition muss sich um die Kleinsten kümmern Quelle: dpa
Paris

In Frankreich wurde soeben etwas ganz Großes von Leuten besprochen, die auf ganz kleinen Stühlen saßen. Präsident Emmanuel Macron verkündete im Sitzkreis einer Pariser Vorschule, dass in seinem Land die Schulpflicht künftig schon ab drei Jahren gilt.

Der Vorstoß des Präsidenten aus Paris macht auch die Experten in Berlin nachdenklich: Warum finden die echten Innovationen bei der Bildung eigentlich immer anderswo statt? Droht das deutsche Schulwesen abgehängt zu werden?

Bildung in Deutschland – ein unansehnlicher Flickenteppich

Deutschland steckt bildungspolitisch in einer Reformstarre. An Schulen und Kindertagesstätten ist zuletzt zwar viel herumgebastelt worden – oft aber ohne klaren Kurs und ohne Beteiligung der Erzieher und Lehrer.

Das Ergebnis ist ein unansehnlicher Flickenteppich: eine kleine Veränderung hier, eine kleine Veränderung da – und dann auch noch ein achselzuckendes Zurückdrehen von Reformen, die noch kurz zuvor mit großem Pomp verkündet worden waren. Für die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur etwa will heute niemand mehr verantwortlich sein.

Die Schulen rufen nach Verlässlichkeit. Aber das darf in der Politik nicht gleichgesetzt werden mit Friedhofsruhe.

Schlüssel für eine gelungene Integration

Ein drängendes Thema ist, in Berlin genauso wie in Paris, die frühkindliche Bildung. Neurowissenschaftler beschwören den Wert der frühen Jahren für die Entwicklung des Gehirns, Soziologen sehen das gemeinsame Lernen der Kleinsten als Schlüssel für das Gelingen der Integration im Großen.

Chancengleichheit entsteht eben auch dadurch, dass frühzeitig alle Kinder auf dem gleichen Stand sind. Überzeugende Konsequenzen aus dieser Einsicht aber wurden bislang nicht gezogen. Bei den öffentlichen Einrichtungen für Kleinkinder geht es, auch wenn etwas anders behauptet wird, in erster Linie um Betreuung. Mit neuen Kita-Plätzen wird vor allem den Eltern die viel zitierte bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht. Aber mal ehrlich: Was hat das mit Bildungsinnovation zu tun?

Endlose Kostendebatte

Der Weg zur einer besseren frühkindlichen Bildung führt in Deutschland bislang in ein Dickicht diverser Zuständigkeiten. Die neue Familienministerin fordert eine bessere Ausbildung der Erzieherinnen – zuständig dafür aber wären die Länder. Ministerpräsidenten machen sich gern einen Namen damit, dass sie Kita-Jahre für die Eltern kostenlos machen wollen. Für die Kommunen bedeutet das aber erst mal eine endlose Kostendebatte – und in den Kitas gibt es Gruppengrößen, in denen Lernkonzepte keine Chance haben.

SPD und CDU wollen kein „Weiter so“ – in der Bildungspolitik haben sie die Möglichkeit, dies unter Beweis zu stellen. Nur eine Große Koalition kann eine Schneise durch den deutschen Bildungsföderalismus schlagen. Sie sollte schnell damit beginnen – im Sinne der Kleinsten.

Von Jörg Kallmeyer

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