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Welt Schöner wird’s nicht
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07:30 01.12.2018
Viele Menschen klagen über ihr biologisches Übergepäck. Ich nicht. Quelle: VikiVector/iStock
Hannover

Viele Menschen klagen über ihr biologisches Übergepäck. Ich nicht. Ich kann nichts dafür – ich habe einfach von Geburt an die Beine weit hinten. Und außerdem hat es Vorteile, nicht über den Body-Mass-Index von zum Beispiel Sylvie Meis zu verfügen.

Bei Sylvie Meis hat man immer das Gefühl: Wenn die eine Möhre knabbert, fällt sie vornüber. Wenn ich eine Möhre knabbere, passiert gar nichts. Schon weil ich keine Möhre knabbere. Erstens wegen der Möhre. Und zweitens wegen des Wortes „knabbern“.

„Knabbern“ ist ähnlich schlimm wie „naschen“. Zwei Vokabeln, die ausschließlich von Toffifee-Werbemüttern verwendet werden und in der freien Natur praktisch nicht vorkommen.

Kein Kulanzfenster

Der Zeitgeist verbietet es ja inzwischen, Menschen überhaupt nach ihrem Äußeren zu bewerten. Das kommt mir entgegen. Im Grunde soll man fremde Menschen ja überhaupt nicht mehr bewerten, weil immer die Gefahr besteht, unfair zu sein.

Es ist allerdings sehr aufwendig, jeden Menschen, dem man begegnet, erst einer vierwöchigen Kennenlernphase zu unterziehen, bevor man sich ein Urteil anmaßt. Die Natur hat uns allerhand Instrumente an die Hand gegeben, um diese Phase zu verkürzen. Augen und Nase zum Beispiel. Und Ohren.

Grundsätzlich gilt bei mir: Übergewicht ist mir egal, aber wer „naschen“ ohne jede Ironie verwendet, wird es schwer haben. Bei „knabbern“ gibt es ein Kulanzfenster. Bei „naschen“ nicht.

Adonis mit Ränzlein

Ich habe eine Theorie, warum Männer mit den Jahren an Gewicht gewinnen: Mit sinkender Attraktivität festigt die Natur die Bindung zur aktuellen Partnerin. Die Leidtragende ist natürlich die Gattin. Sie muss damit leben, im doppelten Sinn. Aber dafür wird der Vater ihrer Kinder nicht von brasilianischen Models umwuselt.

Man lasse ihn ruhig in dem Glauben, unter dem Fett lauere ein heißblütiger Adonis, den er mit vier Wochen Gemüsediät jederzeit von der Leine lassen könnte. Die Wahrheit ist so viel profaner: Der Adonis hat sich einfach ein Ränzlein angenascht. Entschuldigung: geknabbert. Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

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