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Welt Schluss mit der Trägheit – ran an den Speck!
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18:01 28.06.2018
„Wenn ich unsicher bin, ob sich meine Investition überhaupt lohnt, dann finde ich gute Gründe dagegen“, sagt Sportwissenschaftler Ingo Froböse. Mit seinem Activ-O-Mat will er nun Sportmuffel motivieren, sich zu bewegen Quelle: Illustration: Patan/RND
Köln

Kennen Sie auch dieses Völlegefühl, das einen vor allem nach den durchfutterten Weihnachtstagen oder einem Urlaub mit ausschweifendem kulinarischem Programm überkommt? Gepaart mit dem quälenden Gedanken: „Ich müsste mal wieder etwas für mich tun, nur wie?“ Die gute Botschaft: Mit diesem Gefühl stehen Sie nicht allein da! Einer Umfrage im Auftrag der Krankenkasse Viactiv zufolge weiß mehr als ein Drittel der Deutschen nicht, wie sie sportlich aktiv werden können, obwohl sie gern etwas für ihren Körper täten. Bei den Männern ist der Anteil mit knapp der Hälfte aller Befragten (47 Prozent) besonders hoch.

„Die meisten Menschen haben Zielvorstellungsprobleme“, sagt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Im Laufe seiner Tätigkeit als Sportdozent seien immer wieder Menschen auf ihn zugekommen, um nach der richtigen Sportart für die eigenen Bedürfnisse zu fragen. „Wenn ich unsicher bin, ob sich meine Investition überhaupt lohnt, dann finde ich natürlich gute Gründe dagegen“, hat Froböse beobachtet. Doch wie kommt man aus diesem Dilemma der Unentschlossenheit heraus?

Mit dem Activ-O-Mat gegen die Trägheit

Mit einem neuen Projekt will der Sportwissenschaftler dem Trend zur Trägheit entgegenwirken: Angelehnt an den Wahl-O-Mat aus der Politik hat der 61-Jährige nun den Activ-O-Mat auf den Weg gebracht, ein kostenloses Online-Tool, bei dem jeder Bewegungswillige die richtige Sportart für sich finden kann. Das Prinzip ist einfach: Anhand von zwölf Punkten werden Vorlieben mit recht munteren Fragen und Antwortmöglichkeiten abgeklopft, etwa „Wenn Musik gespielt wird, dann wippt nur mein Zeh mit oder dann schwinge ich sofort die Hüften“. Oder dieser: „Wenn ich ins Wasser soll, dann klappen sich automatisch meine Schwimmhäute aus oder dann erfinde ich schnell eine Ausrede, um an Land zu bleiben.“

Im Anschluss werden Geschlecht, Alter, Gewicht und Größe abgefragt und nach einem weiteren Klick ploppen sie auf, die individuellen Topsportarten. Darunter finden sich Trends wie Parkour, Bouldern, Wakeboarding oder Stand-up-Paddling ebenso wie die Klassiker Laufen, Schwimmen und Fahrradfahren, insgesamt stehen rund 50 Sportarten zur Auswahl. „Wir wollten von allen Beanspruchungsformen, sprich Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination, etwas dabeihaben“, aber auch der Spaß bringende Faktor spiele eine Rolle, erklärt Froböse das Konzept hinter dem Activ-O-Mat. 50.000-mal wurde er in den ersten zwei Monaten nach dem Scharfschalten durchlaufen.

Christoph Metzelder unterstützt als Coach

Wichtig war den Machern des Tools außerdem, dem Gefühl der Überforderung vorzubeugen: „Das kennen viele noch, etwa vom Sportabzeichen oder aus dem Schulsport“, sagt Froböse. Damit es nicht zu diesem Frustrationserlebnis kommt, gibt es beim Activ-O-Mat ein Betreuungskonzept obendrauf, das den Einstieg in den gewählten Sport erleichtern und den Trainierenden so bei der Stange halten soll. Dafür steht kein Geringerer als Ex-Fußballnationalspieler Christoph Metzelder als Coach zur Seite, der Sportwillige durch das Tool führt und seit Jahren mit Froböse in engem Kontakt steht: „Wir haben gleich die ersten Trainingsübungen zum Mitmachen online gestellt“, erläutert der ehemalige Bundesligaprofi bei der Vorstellung der Plattform. Und damit es im Anschluss auch weitergeht, „wird dem User zum Start auch ein zu seiner Sportart passender Verein in der Nähe angezeigt“.

Die Qual der Sportauswahl

Warum so viele Menschen mit der Wahl des richtigen Sports hadern, dafür hat Froböse gleich mehrere Erklärungen parat: Zum einen sei es bei der Fülle und dem stetig steigenden Angebot zunehmend schwieriger, eine Auswahl zu treffen, zudem habe er das Gefühl, dass körperliche Aktivität mehr und mehr zu einem Event verkomme. „Das pervertiert das Ganze, die Schraube wird immer höher gedreht“, kritisiert Froböse, der sich selbst den klassischen Sportarten wie Laufen und Rennradfahren verschrieben hat. Und dann wäre da noch der Trend zur Schonung und Reduktion, sprich sich den Tag nicht allzu voll zu packen und auch mal fünfe gerade sein zu lassen. „Dadurch hat sich in den Köpfen Belastung als ein Unwort festgesetzt, und folglich blicken wir auch falsch auf körperliche Aktivität“, vermutet Froböse.

„Nach etwa zehn Wochen kommt das Motivationsloch“

Und warum sind vor allem Männer von der akuten Sportunlust befallen? Während Frauen laut Froböse sowohl ein größeres Figur- und Gesundheitsbewusstsein hätten, seien Männer eher „einfältig“ unterwegs in Sachen Sport und blieben gern in der gewohnten Komfortzone, frei nach der Devise „Hätt ja noch mal joot jejange, wie wir hier in Köln sagen“, veranschaulicht Froböse. Frauen hingegen seien tendenziell eher bereit, etwas Neues auszuprobieren.

Von einem allerdings sind sowohl Männer als auch Frauen gleichermaßen betroffen: „Nach etwa acht bis zehn Wochen kommt das Motivationsloch“, warnt Froböse. Dessen müsse man sich bewusst sein. Daher empfiehlt er Einsteigern eine Art Häppchentaktik: „Setzen Sie sich ein Ziel binnen dieser Frist und belohnen Sie sich, wenn Sie es erreicht haben. Erst danach setzen Sie sich das nächste Trainingsziel für die kommenden acht Wochen und fahren so fort.“ Nach etwas sechs Monaten schließlich sei das Motiv vom Kopf in den Bauch gewandert, und von da an sei das Projekt Sport ein Selbstläufer.

Das Wichtigste sei aber, „dass jeder eine sportliche Aktivität findet, die zu ihm passt“, betont Froböse. Erst dann entstehe ein positives Bauchgefühl. Das Ziel müsse sein, sich nach der Belastung zu sagen: „Wow, das mache ich morgen wieder!“

Hier geht’s zum Activ-O-Mat

Sie sind unschlüssig, wollen auch herausfinden, welcher Sport am besten zu Ihren Interessen und Ihren körperlichen Voraussetzungen passt? Den Activ-O-Mat finden Sie im Netz unter www.activomat.de.

Nach ein paar Klicks, das Ganze nimmt nicht mehr als fünf Minuten in Anspruch, bekommen Sie die Antwort auf Ihre Frage.

Außer den für Sie besten drei Sportarten, die passgenau auf die jeweiligen Angaben zugeschnitten sind, gibt es weitere Empfehlungen. Bei einem Klick auf die Sportart gibt es allerlei Wissenswertes dazu, im Fall von Aquafitness etwa zur Wirkung des Wasserdrucks auf das Herz-Kreislauf-System und zum gelenkschonenden Training.

Von Carolin Burchardt/RND

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