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Welt Schifffahrtsmuseum untersucht Sammlung auf NS-Raubgut
Mehr Welt Schifffahrtsmuseum untersucht Sammlung auf NS-Raubgut
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18:08 21.02.2018
Kathrin Kleibl, Provenienzforschung Deutschen Schifffahrtsmuseum, schaut sich die Grafik "Netzflickerin" von Max Liebermann mit einer Lupe an. Kunstmuseen forschen schon länger nach NS-Raubkunst in ihren Beständen.  Quelle: picture alliance / Carmen Jasper
Bremerhaven

 Das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven sucht in seiner Sammlung nach möglichem Raubgut aus der Nazi-Zeit. In einem dreijährigen Projekt erforscht die Wissenschaftlerin Kathrin Kleibl die Herkunft von 600 Objekten, die aus dem Gründungsbestand des Museums stammen. Dabei versucht sie herauszufinden, ob diese sich einst in jüdischem Besitz befanden.

„Bei einigen der untersuchten Objekte liegt der Verdacht auf NS-Raubgut vor“, sagte die Provenienzforscherin. Genaues kann sie aber noch nicht sagen. „Das ist eine Detektivarbeit, die Zeit braucht.“ Seit vergangenem Februar nimmt sie Gemälde, Schiffsmodelle, technische Geräte, aber auch Alltagsgegenstände wie Geschirr und Fotoalben genau unter die Lupe.

Aufkleber zur Identifizierung

Die deutschen Kunstmuseen beschäftigen sich schon länger mit der Herkunft - also der Provenienz - ihrer Werke. „In Deutschland sind wir was die Technikmuseen betrifft noch ziemlich am Anfang“, sagte Uwe Hartmann vom Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum sei eins der wenigen Beispiele. Die Stiftung mit Sitz in Magdeburg hat seit 2015 knapp 100 Projekte zur Provenienzforschung gefördert, darunter ist auch das Bremerhavener. Dass die Kunsthäuser dabei Vorreiter sind, liegt nach Angaben von Hartmann daran, dass große Meisterwerke viel mehr im öffentlichen Interesse stehen und diese als Unikate leichter zu identifizieren sind.

„Bei Gemälden finden sich Aufkleber von Galerien oder Händlern, zum Teil auch Nummern von Auktionen und aus Ausstellungskatalogen“, erläuterte auch Kleibl. So konnte sie bei einem Ölgemälde des österreichischen Malers Franz Richard Unterberger rekonstruieren, dass es sich zeitweise im Besitz des österreichischen Kaiserhauses befand. Doch was von 1933 bis 1945 war, konnte sie noch nicht herausfinden. Bei Chronometern und Schiffsmodellen sei die Puzzlearbeit noch komplizierter, weil dort Aufkleber mit Hinweisen fehlten, sagte Kleibl.

30.000 Objekte prüfen

Hilfe kann dabei von Kollegen anderer Häuser kommen. Das Museum veranstaltet deshalb am kommenden Donnerstag (22.) einen Workshop, bei dem sich norddeutsche Provenienzforscher über ihre Ergebnisse austauschen können. „Verschiedene Projekte und Einzelrecherchen von Wissenschaftlern liefern oft kleine Mosaiksteinchen. Erst durch das Zusammensetzen des gesamten Mosaiks lässt sich oftmals die Herkunft von Kulturgut lösen“, sagte Kleibl.

Sollte sich bestätigen, dass es sich um NS-Raubgut handelt, muss sich Kleibl auf die Suche nach den rechtmäßigen Besitzern oder deren Erben machen. Das Museum werde das Objekt dann zurückgeben, eventuell auch kaufen oder als Dauerleihgabe behalten, sagte Kleibl. Viel Arbeit, die auch nach Ende des aktuellen Forschungsprojekts weitergeht: Das Museum will künftig seine komplette Sammlung mit 30.000 historischen Objekten durchleuchten lassen.

Von Irena Güttel

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