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Welt Russischer Außenminister: Ukrainische Schiffe waren auf geheimer Mission
Mehr Welt Russischer Außenminister: Ukrainische Schiffe waren auf geheimer Mission
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21:02 28.11.2018
Dieses Bild aus einem Video der russischen Küstenwache soll den Vorfall zwischen russischer Küstenwache und ukrainischem Marineboot zeigen. Quelle: AP/Russia's Federal Security Service/dpa
Genf

Die drei von Russland an der Krim festgesetzten ukrainischen Schiffe waren nach Darstellung Moskaus auf geheimer Mission. Dem russischen Grenzschutz lägen Dokumente vor, wonach die Schiffe den Auftrag gehabt hätten, unentdeckt durch die Meerenge von Kertsch in das Asowsche Meer zu gelangen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch in Genf.

Die ukrainische Marine betonte, Russland sei vorab über die geplante Route informiert worden und die Schiffe seien in internationalen Gewässern gewesen, als die russische Küstenwache sie beschossen und geentert habe.

Am Sonntag hatte die russische Küstenwache Patrouillenbooten der ukrainischen Marine die Durchfahrt in der Meerenge von Kertsch vor der Krim verweigert. Die drei ukrainischen Schiffe wurden aufgebracht. Es fielen dabei auch Schüsse.

Lesen Sie dazu auch: Video zeigt Zwischenfall: „Ramm ihn von rechts, verdammt nochmal!“

Nach Angaben von Putin hatte bereits im September ein ähnlicher Flottenverband der Ukraine die Meerenge passiert. Die Schiffe hätten sich damals aber an alle Vereinbarungen gehalten. Nach ukrainischen Angaben ist diese Durchfahrt wie auch im September vorher angemeldet gewesen.

24 Matrosen wurden am Sonntag von russischer Seite festgesetzt. Gegen die letzten von ihnen wurde am Mittwoch Untersuchungshaft angeordnet. Ihnen wird illegaler Grenzübertritt vorgeworfen. Bei einem Prozess in Russland drohen ihnen bis zu sechs Jahre Haft.

Als Reaktion auf die neuen Spannungen ist in der Ukraine ein auf 30 Tage begrenztes Kriegsrecht endgültig rechtskräftig geworden. Das amtliche Parlamentsblatt in Kiew veröffentlichte am Mittwoch den entsprechenden Parlamentsbeschluss zusammen mit einem Erlass des Präsidenten. Das Gesetz war erst am Morgen von Parlamentspräsident Andrej Parubij signiert und von Poroschenko gegengezeichnet worden.

Trump und Putin besorgt über Eskalation des Konflikts

Angesichts der zunehmenden Spannungen im Ukraine-Konflikt droht ein Treffen der Präsidenten von Russland und der USA zu platzen. Donald Trump will eine Unterredung mit Kremlchef Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires Ende der Woche von einem Bericht seines Nationalen Sicherheitsteams abhängig machen. Der soll laut Trump entscheidend sein, ob es zu einem Gespräch kommt oder nicht.

Dagegen will der russische Präsident daran festhalten, wie er am Mittwoch bei einer Wirtschaftsveranstaltung in Moskau sagte. Indes gibt es Forderungen nach neuen Sanktionen gegen Russland.

Trump und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan äußerten derweil ihre „tiefe Sorge“ über die Eskalation zwischen Russland und der Ukraine. Die beiden Präsidenten vereinbarten bei einem Telefonat am Mittwoch, bei ihrem Treffen beim bevorstehenden G20-Gipfel in Buenos Aires über die Krise zu beraten, wie das Weiße Haus mitteilte.

Von RND/AP/dpa