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Welt Riesenbatterie in Friesland soll Windenergie speichern
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13:47 01.11.2018
Der Hybrid-Großspeichers in Varel soll Tausende Haushalte mit Strom versorgen können. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Varel

Mit einem Batteriegroßspeicher für Strom wollen japanische Unternehmen und der deutsche Energieversorger EWE neue Wege für eine stabile Stromversorgung aufzeigen. Am Donnerstag haben sie den Hybridgroßspeicher in Varel im Kreis Friesland offiziell in Betrieb genommen. Die Projektbeteiligten sehen darin einen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende.

Was kann der Speicher leisten?

Der Hybridgroßspeicher kann Strom aus dem Netz aufnehmen und später wieder abgeben. Sinnvoll ist eine Zwischenspeicherung zum Beispiel, wenn durch Windkraft mehr Strom erzeugt wird als benötigt. Ohne Speichermöglichkeit müssen Windkraftanlagen mitunter gedrosselt werden, wenn sie zu viel Strom erzeugen. Nach EWE-Angaben kann der Speicher helfen, Schwankungen auszugleichen. Er soll dazu beitragen, dass genau die richtige Menge Strom im Netz ist.

Wie viel Energie können die Batterien speichern? 

Nach Berechnungen von EWE reicht die Speicherkapazität der Batterie aus, um rund 23.000 Haushalte in Varel fünf Stunden lang mit Strom zu versorgen. Ziel des Speichers ist aber nicht die regionale Versorgung, sondern der Beitrag für die Netzstabilität.

Was ist an dem Batteriegroßspeicher besonders?

Der Speicher nutzt zwei verschiedene Technologien, deshalb heißt er Hybridspeicher. Er besteht aus Lithium-Ionen-Batterien, die einen schnellen Zugriff auf die gespeicherte Energie erlauben, und Natrium-Schwefel-Batterien für längerfristiges Zwischenspeichern. Durch eine Steuerung können die Vorteile der beiden Batterietechnologien kombiniert werden. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt es in Deutschland keinen anderen Großspeicher, der beide Technologien verbindet. EWE geht davon aus, dass die Bauart weltweit einmalig ist.

Welche Bedeutung hat der Speicher für die Energiewende?

Wenn Strom zunehmend aus Wind- oder Sonnenenergie erzeugt wird, hängt die Energiemenge vom Wetter ab und nicht davon, wie viel Strom gerade benötigt wird. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien sind Speicher daher wichtig, da sie kurz- und mittelfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen können. Aus BDEW-Sicht ist es notwendig, die Speicherkapazität auszubauen. Die Bedeutung der neuen Hybrid-Technologie ist demnach noch nicht einzuschätzen. Die meisten Batteriespeicher in Deutschland werden derzeit auf Basis von Lithium-Ionen betrieben.

Wie wird der Batteriegroßspeicher in Varel finanziert?

Die japanischen Wirtschaftsförderungsbehörde NEDO zahlt für das Projekt rund 24 Millionen Euro. Japanische Firmen haben als Partner die Batterien entwickelt und wollen nun testen und zeigen, wie leistungsfähig die Technologie ist. Sie nutzen das Projekt, um Erkenntnisse für die Energiewende in Japan zu sammeln und neue Geschäftsfelder in Europa zu erschließen. EWE investiert in das Projekt rund drei Millionen Euro, das Land Niedersachsen fördert es als Vermittler und bringt sich in die Projektsteuerung ein.

Wie lange läuft das Projekt?

Der Vertrag wurde im März 2017 geschlossen, danach folgten Konzeption und Bau. Seit Juli 2018 wurden die einzelnen Komponenten getestet. Bis zum Frühjahr 2020 soll er zeigen, welchen Beitrag er für die Netzstabilität leisten kann. Die Projektbeteiligten wollen zudem herausfinden, wie sie damit am besten Geld verdienen können. Nach dem Abschluss des Projektes will EWE den Speicher weiter betreiben.

Warum steht der Speicher in Varel?

Nach EWE-Angaben wird in dieser Region mehr als doppelt so viel Strom aus regenerativen Energiequellen erzeugt als dort verbraucht wird. Der Speicher kann überschüssige Energie speichern und abgeben, wenn sie benötigt wird. Der Standort biete ein Umfeld, in dem der Speicher seine Vorteile besonders gut einsetzen kann.

Von RND/dpa

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