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Welt Rapmogul „Suge“ Knight vor Verurteilung zu 28 Jahren Haft
Mehr Welt Rapmogul „Suge“ Knight vor Verurteilung zu 28 Jahren Haft
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06:41 21.09.2018
Marion „Suge“ Knight am Donnerstag vor Gericht in Los Angeles. Quelle: Gary Coronado/Los Angeles Times via AP
Los Angeles

Ex-Rap-Mogul „Suge“ Knight hat einen Mordprozess um einen tödlichen Vorfall im Jahr 2015 abgewendet, muss nun aber mit fast 30 Jahren Haft rechnen. In einem Deal mit der Staatsanwaltschaft verzichtete der 53-Jährige vor Gericht auf eine Verteidigung gegen die Vorwürfe der Anklage, was praktisch einem Schuldgeständnis gleichkam. Knight hat bereits einer Gefängnisstrafe von 28 Jahren zugestimmt, am 4. Oktober wird er formal verurteilt. Im Falle eines Mordprozesses, der am 1. Oktober beginnen sollte, hätte ihm lebenslange Haft gedroht.

Im Januar 2015 soll Knight nahe Los Angeles nach einem Streit auf einem Parkplatz eines Fastfood-Lokals zwei Männer überfahren haben. Der Geschäftsmann Terry Carter erlag später seinen Verletzungen. Cle „Bone“ Sloan, ein Berater für das Biopic-Projekt „Straight Outta Compton“, mit dem sich Knight zuvor einen Faustkampf geliefert haben soll, wurde von dessen Geländewagen erfasst und verletzt.

Anwälte von „Suge“ Knight argumentierten zunächst auf Notwehr

Knight wurde in dem Fall des Mordes, versuchten Mordes und der Fahrerflucht beschuldigt. Seine Anwälte argumentierten zunächst, ihr Mandant habe in Notwehr gehandelt. „Bone“ Sloan stritt ab, bei dem Vorfall eine Waffe getragen zu haben.

Bei der Gerichtsanhörung vom Donnerstag saß Knight in orangefarbener Gefängniskluft im Saal, an Armen und Füßen war er gefesselt. Sein Deal mit der Staatsanwaltschaft bringt ihm 22 Jahre Haft wegen Totschlags sowie sechs weitere Jahre nach der „Three-Strikes“-Regel ein, da er bereits zwei Mal wegen eines Verbrechens verurteilt worden war.

1995 waren gegen Knight wegen einer tätlichen Attacke auf zwei Rapper in einem Aufnahmestudio in Hollywood eine Bewährungsstrafe von fünf Jahren verhängt worden. Zwei Jahre danach folgte eine Verurteilung wegen Verletzung seiner Bewährungsauflagen, da er bei einer Prügelei in einem Hotel in Las Vegas mitgemischt hatte. Stunden nach jenem Vorfall wurde dort damals sein Schützling Tupac Shakur aus einem fahrenden Auto heraus erschossen, als dieser in Knights Wagen saß.

„Suge“ Knight“ gilt als Schlüsselfigur im Rapper-Krieg der 1990er Jahre

Im aktuellen Fall hatte Knight wiederholt für viel Drama gesorgt. Einmal sackte er im Gerichtssaal zusammen. Zwei seiner Ex-Anwälte wurden wegen Zeugenmanipulation angeklagt, am Ende kam er auf 16 Verteidiger. Seine Verlobte hatte auch Ärger mit der Justiz, weil sie ein Video verkauft haben soll, das zeigt, wie Knight 2015 die zwei Männer mit seinem Geländewagen überfuhr. Bei Anhörungen setze der Beschuldigte oft gegen den Rat des Richters und seiner Anwälte zu langen Klagen über die Bedingungen seiner Untersuchungshaft, seine zahlreichen Verteidiger und seinen Gesundheitszustand an.

„Suge“ Knight“ gilt als Schlüsselfigur im Rapper-Krieg der 1990er Jahre, als sich die Hip-Hop-Szenen der Ost- und der Westküste der USA bekämpften. In dieser Zeit hatte er das Label Death Row Records aus der Taufe gehoben, das mit Künstlern wie Dr. Dre, Snoop Dogg und Tupac als eines der führenden Plattenfirmen für Rap-Musik Furore machte. Das Label ging jedoch pleite, Knight verlor die Kontrolle über das Unternehmen.

Von RND/AP