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Welt RWE sperrt Hambacher Wald ab und zieht Graben
Mehr Welt RWE sperrt Hambacher Wald ab und zieht Graben
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15:08 03.10.2018
Der Hambacher Wald wurde komplett geräumt. Nun ergreift der Energiekonzern RWE neue Maßnahmen. Quelle: Bernd Lauter
Aachen

 Nach der Räumung der Baumhäuser im Hambacher Wald bei Kerpen hat die Aachener Polizei am Dienstagabend eine Bilanz des dreiwöchigen Einsatzes gezogen. Insgesamt seien 86 Baumhäuser abgebaut worden, erklärte ein Sprecher. Nach seinen Angaben wurden bei dem Dauereinsatz mit mehreren Hundertschaften Polizei insgesamt 873 Platzverweise und 41 Betretungsverbote ausgesprochen. Es seien 144 Menschen vorläufig festgenommen und 299 kurzfristig in Gewahrsam genommen worden.

Der Bilanz zufolge wurden 27 Beamte verletzt. Über Verletzte aufseiten der Waldbesetzer wurde nichts mitgeteilt. Am 19. September war ein junger Blogger ums Leben gekommen. Er stürzte bei Filmaufnahmen von der Räumung eines nahe gelegenen Baumhauses von einer 15 Meter hohen Hängebrücke.

Polizei will weiterhin präsent sein

Der Energiekonzern begann nach der Räumung damit, das Waldgebiet abzusperren und einen Graben zu ziehen, um eine neue Besetzung des Waldes zu verhindern, der als Symbol des Widerstands gegen den Kohle-Abbau gilt. Ein Eindringen in den Wald nach der Umfriedung wäre ein Hausfriedensbruch. Die Polizei kündigte an, sie werde „auch in den kommenden Tagen vor Ort vertreten sein, um bei Bedarf gefahrenabwehrend oder strafverfolgend tätig werden zu können“.

Zugleich seien die Einsatzkräfte jedoch „drastisch reduziert“ worden, sagte ein Sprecher der Aachener Polizei am Mittwoch auf Anfrage. Die verbliebenen Polizisten würden zum Schutz des Personals des Energiekonzerns RWE eingesetzt. Die Lage im Wald sei ruhig, sagte ein RWE-Sprecher am Mittwoch.

RWE will für den weiteren Kohle-Abbau ab Mitte Oktober rund hundert Hektar Wald roden - die Hälfte des noch stehenden Forstes. Dagegen wollen Tausende Umweltschützer am Samstag vor Ort demonstrieren. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 20.000 Teilnehmern.

Umweltschützer wollen Rodungen gerichtlich stoppen

Die Umweltverbände fordern, die Bäume an dem Braunkohlentagebau zwischen Köln und Aachen zumindest solange nicht zu fällen, wie die Kohlekommission in Berlin über den Kohleausstieg verhandelt. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hofft, die Rodungen noch gerichtlich stoppen zu können. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat angekündigt, bis zum 14. Oktober über eine Klage des Verbands zu entscheiden, der in einer Abholzung einen Verstoß gegen europäisches Naturschutzrecht sieht.

Von RND/dpa

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