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Welt Der Polizist, der nicht schießen wollte
Mehr Welt Der Polizist, der nicht schießen wollte
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14:29 23.02.2018
Bei dem Schulmassaker im US-Bundesstaat Florida wurden 17 Menschen erschossen. Quelle: dpa
Washington

Mit seinen jüngsten Vorschlägen zur Sicherheit an öffentlichen Schulen löste der US-Präsident am Mittwoch eine erbitterte Debatte in Amerika aus. Einige speziell trainierte Lehrer, so Trump, sollten in den Schulen verdeckt Waffen tragen, um potenzielle Attentäter abzuschrecken. Nun aber zeigt sich ausgerechnet am Beispiel der Massenschießerei in Parkland, Florida, dass selbst gut ausgebildete und bewaffnete Polizisten in einer solchen Extremsituation keine Gewähr für mehr Sicherheit sind.

Wie der leitende Sheriff Scott Israel am Donnerstag einräumte, war in der Douglas Highschool ein Polizist während des Angriffs im Einsatz, der sich außerhalb des Schulgebäudes hinter einer Betonsäule versteckte, als die ersten Schüsse fielen. Nach Auskunft des Sheriffs zeigen Videoaufnahmen, dass der Beamte in keinerlei Weise in das Geschehen eingriff. Auf die Frage, was der Polizist denn während der Schießerei getan hätte, antwortete Israel am Donnerstag: „Nichts.“ Und auf die Frage eines Journalisten, wie sich der Polizist korrekterweise hätte verhalten sollen, sagt der Behördenchef: „Es wäre seine Pflicht gewesen, ins Gebäude zu gehen, den Täter zu stellen und ihn zu töten.“

Polizist wurde suspendiert

Als er sich die Videoaufnahmen anschaute, sei ihm übel geworden, so Israel. Der langjährige Polizist wurde noch am Donnerstag vom Dienst suspendiert. Ob ihm ein Verfahren droht, da er gegen die „internen Standards“ verstoßen habe, ist noch offen.

Sheriff Israel spricht von einem völlig unverständlichen Verhalten. Der Massenmord habe sich innerhalb von nur sechs Minuten ereignet. Eine zu kurze Zeitspanne für die alarmierte Polizei, um den Tatort zu erreichen und das Verbrechen zu verhindern. Der 54-jährige Polizist, der eigens zum Schutz der Schule abgestellt worden sei, habe einfach nicht reagiert.

Trump sieht Kritik an Behörden mit Unbehagen

Den Vorwurf des Behördenversagens hatte es bereits Anfang der Woche in Parkland gegeben, als bekannt wurde, dass die Bundespolizei FBI im Vorfeld des Schulmassakers eine Warnung erhalten hatte. Nikolas Cruz, der spätere Attentäter, wurde als gefährlich und psychisch instabil beschrieben, zumal bereits Anfang des Jahres der Verdacht bestand, dass er seine frühere Schule überfallen könnte.

Für Trump kommt diese Kritik an den Behörden zur Unzeit, da er eine schärfere Bewachung der Schulen und die - teilweise - Bewaffnung der Lehrer empfiehlt. Ein generelles Verbot von halbautomatischen Sturmgewehren lehnt der Chef des Weißen Hauses dagegen weiterhin ab. Auch das Parlament von Florida stemmt sich gegen eine Verschärfung der Waffengesetze. Mit breiter Mehrheit lehnten die Abgeordneten des Bundesstaates in einer Abstimmung am Dienstag ein Verbot von Sturmgewehren und von großen Magazinen ab.

Von RND/Stefan Koch

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