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Welt Bayrische Polizisten klagen über Uniformen aus Niedersachsen
Mehr Welt Bayrische Polizisten klagen über Uniformen aus Niedersachsen
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00:18 07.11.2018
Die neuen Polizeiuniformen in Bayern. Quelle: dpa
Hannover

Sie kratzen, reißen und sitzen nicht – die neuen Polizeiuniformen in Bayern. Das beklagt zumindest die dortige Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG). Das Pikante an der Sache: Die 1,36 Millionen Uniform- und Ausrüstungsteile, mit denen die bayerische Polizei ausgestattet wurden, kommen aus Niedersachsen. Das Logistikzentrum (LZN) des Landes in Hannoversch Münden hat sie beschafft und nach Bayern geliefert. Doch das niedersächsische Innenministerium weiß nichts von Mängeln. In Niedersachsen selbst seien die Reklamationen verschwindend gering.

Das bayerische Innenministerium hatte Ende August die Auslieferung der neuen Dienstkleidung an 27.500 Uniformträger für beendet erklärt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte damals Funktionalität, Passform und Tragekomfort. Er sprach von „hochmodernen atmungsaktiven Textilien“. Auch Polizistinnen fühlten sich in den neuen Schnitten wohl, glaubte Herrmann zu wissen.

Die Farbe schwindet

Doch es dauerte nicht lange, bis die erste Kritik kam. „Die ausgelieferte Qualität entspricht nicht der Uniform, welche im Trageversuch erprobt wurde“, erklärte Rainer Nachtigall, Landeschef der DPolG. So würden etwa die Nähte von Diensthosen und Diensthemden ohne große Beanspruchung reißen, und die Farbe der Uniformteile schwinde schon nach wenigen Waschvorgängen. Nachtigall sieht einen Teil des Problems darin, dass die Uniformen in Niedersachsen vertrieben werden und fordert ein eigenes Logistikzentrum für Bayern.

In Hannover hat man kein Verständnis für die Schelte der Polizeigewerkschaft. Seitens des bayerischen Innenministeriums gebe es keine Kritik und auch keine Regressforderungen, sagte Bastian Lückfeldt vom niedersächsischen Innenministerium der HAZ. „Die Zahl der Reklamationen, die sich auf Mängel an der Uniform beziehen, beläuft sich auf 1564.“ Dies entspreche einer Quote von 0,115 Prozent. „Damit kann im Ergebnis weder durch die Zahlen beim Landesbetrieb, noch durch die Beschwerdestelle in Bayern belegt werden, dass die Uniform Mängel aufweist, die Anlass zur Sorge geben könnten“, sagte Lückfeldt. Das LZN habe keinen einzigen Artikel ausgeliefert, der nicht der von Bayern vorgegebenen Qualität entsprochen habe.

Fertigung in zehn Ländern

Nach Angaben des niedersächsischen Innenministerium werden die 24 verschiedenen Uniformteile, die zum Ausstattungssoll gehören, von 20 Lieferanten mit Sitz in Deutschland – in einem Fall Österreich – bezogen. Die Fertigung selbst finde in zehn Ländern in Europa, Asien und Afrika statt. Die Kosten für eine Uniform beliefen sich auf rund 1000 Euro. An der neuen Uniform für Bayern habe das LZN selbst nichts verdient. Der Mehrwert der Kooperation ergebe sich daraus, dass mit gebündelten Einkaufsmengen auf dem weltweit agierenden Bekleidungsmarkt bessere Preise erzielt werden könnten.

Lückfeldt betonte, dass auch bei der Belieferung des Nordverbundes, zu dem Niedersachsen gehört, die Reklamationen wegen Mängeln verschwindend gering seien. Das bestätigte die DPolG in Niedersachsen. „Ich kenne keine Beschwerden“, sagte Landeschef Alexander Zimbehl der HAZ. Im Einzelfall mag es Mängel geben. „Aber wir sind mit den Uniformen sehr zufrieden.“

Von Marco Seng

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