Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Zu Guttenberg bricht Truppenbesuch wegen Gefechten ab
Mehr Welt Politik Zu Guttenberg bricht Truppenbesuch wegen Gefechten ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:49 16.07.2010
Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg im Feldlager der Bundeswehr in Kundus. Quelle: dpa

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat einen Besuch deutscher Kampftruppen in der nordafghanischen Unruheprovinz Baghlan aufgrund von Gefechten der Bundeswehr mit den radikal-islamischen Taliban kurzfristig abgesagt. Der CSU-Politiker war bereits vom Feldlager Kundus aus mit dem Hubschrauber auf dem Weg zu den Soldaten der Schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force, QRF), als ihn die Nachricht von den Kämpfen erreichte. Auf Empfehlung des Kommandeurs der Truppe kehrte er um.

Es wäre der erste Besuch Guttenbergs eines Truppenteils in Afghanistan außerhalb der Feldlager gewesen. „Sicherheit geht vor, auch für die Männer vor Ort“, sagte Guttenberg. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass er den Besuch zu einem anderen Zeitpunkt nachholen kann.

Es ist die vierte Afghanistan-Reise Guttenbergs seit seinem Amtsantritt vor knapp neun Monaten. Er will mit seinem Truppenbesuch vor allem zur Motivation der Bundeswehrsoldaten in einer kritischen Phase ihres Einsatzes beitragen. Er sei nach Afghanistan gekommen, „um den Soldaten die Unterstützung der Bundesregierung zu übermitteln“, sagte der Verteidigungsminister.

Im Juni waren in Afghanistan 102 Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF getötet worden, mehr als in jedem anderen Monat seit Beginn der Mission Ende 2001. Im April kamen insgesamt sieben deutsche Soldaten bei Kämpfen in den Nordprovinzen Kundus und Baghlan ums Leben. Guttenberg hatte vor seiner Abreise gesagt, man müsse in diesem Sommer mit weiteren Gefallenen rechnen. Ungeachtet dessen will die Bundeswehr noch im Sommer die Ausbildung afghanischer Soldaten in der Fläche ausweiten. Dafür war die Höchstgrenze für das Kontingent im Februar von 4500 auf 5250 Soldaten angehoben worden.

Vor dem Hintergrund der angespannten Sicherheitslage informierte sich der Minister in Kundus auch über die Umsetzung einer Entscheidung während seines letzten Besuchs. Mit zwei „Panzerhaubitzen 2000“ stehen seit einigen Wochen erstmals schwere Artilleriegeschütze im Feldlager. Am vergangenen Wochenende wurde mit den Haubitzen während eines Gefechts erstmals scharf geschossen.
Das Geschütz sei „eine wichtige Waffe, um dort wirken zu können, wo man wirken muss“, sagte Guttenberg, der die lange umstrittene Verlegung der Haubitzen nach Kundus im April angeordnet hatte.

Die 155-Millimeter-Kanone kann 40 Kilometer weit schießen und selbst auf diese Entfernung auf 30 Meter genau treffen. Zur Kritik an der Ausrüstung der Bundeswehr erklärte der Minister, diese sei „als Prozess zu sehen, den man nie als beendet betrachten darf“.

Der CSU-Politiker war in der Nacht zu Freitag wegen einer Flugzeugpanne mit 16 Stunden Verspätung im Hauptquartier der internationalen Schutztruppe ISAF für Nordafghanistan in Masar-i- Scharif eingetroffen. Am frühen Morgen nahm er an der Übergabe von rund 40 amerikanischen Kampf- und Sanitätshubschraubern an das Regionalkommando teil. Anschließend flog er nach Kundus weiter. Ein dort geplantes Treffen mit dem neuen ISAF-Kommandeur, General David Petraeus, musste wegen der Verspätung abgesagt werden.

dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Freitag zu einem zweitägigen Besuch in China eingetroffen. Nach einem Empfang mit militärischen Ehren hat Merkel China aufgefordert, seinen Markt weiter für Produkte aus dem Ausland zu öffnen.

16.07.2010

Ein als Frau verkleideter Selbstmordattentäter und ein zweiter Selbstmordattentäter haben mit einem Anschlag vor einer Moschee 22 Menschen im Iran getötet und 160 verletzt.

16.07.2010

Deutsche Unternehmen schließen in Russland Milliardenverträge. Unisono loben Kremlchef und Kanzlerin die Beziehungen zwischen Moskau und Berlin. Am Jahrestag der Ermordung der Kremlkritikerin Estemirowa verspricht Medwedew Besserung bei den Menschenrechten.

15.07.2010