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16:52 04.01.2018
Leichter Anstieg der Jugendgewalt nach langem Rückgang. Quelle: RND
Hannover

Es ist eine beispiellose Entwicklung, die nicht recht zu den alarmierenden Zahlen über den Kriminalitätsanstieg unter Flüchtlingen passen will. Die Jugend insgesamt ist nämlich so brav wie lange nicht. War 2007 noch jeder 50. männliche Jugendliche in Deutschland wegen Gewaltkriminalität aufgefallen, war es 2015 nur noch jeder 100. Man kann auch sagen: Die Anzahl der gewalttätigen Jugendlichen hat sich in den vergangenen acht Jahren halbiert.

Nimmt man nur die deutschen Jugendlichen, beträgt der Rückgang sogar 54,7 Prozent, blickt man nur auf die nichtdeutschen Jugendlichen, erhält man von 2007 bis 2015 einen Rückgang von immerhin 35 Prozent. Dies zeigt eine neue Studie der Kriminologen um Christian Pfeiffer, die sich vor allem auch mit der Gewalt von Flüchtlingen beschäftigt.

Für die Gruppe der Nichtdeutschen ergibt sich ab 2015 ein deutlicher Anstieg der Gewaltdelikte, bei deutschen Jugendlichen bleibt der Anstieg mit 3,1 Prozent 2016 sehr moderat – im Vergleich zu 2014 ergibt sich bei ihnen sogar ein leichter Rückgang. Allerdings machen die Forscher darauf aufmerksam, dass die Ergebisse verzerrt sind: Gewaltdelikte von Flüchtlingen werden viel häufiger angezeigt.

Höhere Bildung und weniger Alkohol

Die Wissenschaftler machen für den insgesamt „historisch einzigartigen Rückgang“ der Jugendgewalt ein ganzes Bündel an Befunden verantwortlich, die sich zum Teil sogar gegenseitig verstärken. Demnach hat vor allem die zunehmend gewaltfreie Erziehung hierzulande die Akzeptanz von Gewalt massiv reduziert. 1998 erklärten noch knapp sechs von zehn Schülern, sie würden gelegentlich von ihren Eltern geschlagen. 2015 waren es noch 39 Prozent. Außerdem machen die Forscher höhere Bildungsabschlüsse und den sinkenden Alkoholkonsum unter Jugendlichen für die positive Entwicklung verantwortlich.

Aber auch der Wirtschaftsboom hat offenbar zum Gewaltverzicht beigetragen. Wo junge Menschen weniger Zukunftsängste plagen, haben sie weniger Grund zu aggressivem Verhalten. Und am Ende auch weniger Zeit: Die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen hat sich seit 2006 (10,5 Prozent) immerhin auf 5,2 Prozent halbiert. Zudem treffen die Jugendlichen dank des massiven Hangs zur Gesetzestreue auch kaum noch gewalttätige Freunde, die sie von ihrem soliden Weg abbringen könnten.

Deutsche Täter sind in der Mehrzahl

Der langfristige Trend ist derart positiv, dass auch die Zunahme der Gewalt durch Flüchtlinge ihn nicht umkehrt. Den absoluten Zahlen der Studie zufolge ist die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen im untersuchten Land Niedersachsen seit 2007 insgesamt deutlich zurückgegangen – von rund 87 000 auf 50 000 im Jahr 2016.

Das liegt auch daran, dass Nichtdeutsche trotz überproportionaler Gewaltauffälligkeit weiterhin nur einen kleineren Teil der Täter insgesamt ausmachen. Die Wahrscheinlichkeit, Gewaltopfer eines deutschen Jugendlichen zu werden, war 2016 mehr als doppelt so hoch, wie Opfer eines nichtdeutschen Gewalttäters zu werden. Allerdings hat sich das Verhältnis deutlich verändert. 2007 gab es unter Jugendlichen noch dreimal mehr deutsche Gewalttäter als nichtdeutsche.

Von Dirk Schmaler

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