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Politik Wurde Schweizerin schikaniert, weil man sie für Deutsche hielt?
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16:43 08.12.2016
Der Flughafen in Diyarbakir: Zwei Schweizer Journalisten werfen der türkischen Polizei vor, dass sie am Airport schikaniert worden seien, weil man sie für Deutsche gehalten habe. Quelle: ANAtolian agency
Istanbul

Die Türkei-Korrespondentin des Schweizer Fernsehens, Ruth Bossart, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag, Polizisten am Flughafen in Diyarbakir hätten die beiden Teams „bis auf die Schmutzwäsche“ im Gepäck durchsucht. Sie hätten dabei ausdrücklich Bezug auf die verzögerte Ausreise einer hochrangigen türkischen Abgeordneten aus Deutschland genommen. Zu diesem Fall hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch gesagt, die Türkei werde das „genauso erwidern“.

Bossart sagte, sie sei bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen in Diyarbakir von einem Polizisten gefragt worden, ob sie Deutsch spreche. Als sie das bejaht habe, hätten Polizisten die Kamerateams auf Anordnung eines „aggressiven Chefs“ zur Seite genommen und rund eine dreiviertel Stunde lang durchsucht. „Wir mussten alles auspacken.“ Ihnen sei sinngemäß gesagt worden: „Wenn Euer Land das unseren Bürgern antut, dann machen wir das auch mit seinen Bürgern.“

„Die Schweiz ist natürlich nicht Deutschland“

„Wir haben versucht, ihnen zu sagen, dass wir Schweizer und Türken sind, aber das hat sie nicht interessiert“, berichtete Bossart. Den türkischen Team-Mitgliedern sei gesagt worden, dass sie nicht wie Türken behandelt würden, wenn sie für Ausländer arbeiteten. Bossart sagte zu dem Vorfall: „Das war natürlich Schikane.“ Erst bei der zweiten Sicherheitskontrolle habe ein Vorgesetzter den dortigen Polizisten erklärt, „dass die Schweiz nicht Deutschland ist“.

Vize-Parlamentspräsidentin Ayse Nur Bahcekapili von der regierenden AKP war Anfang des Monats wegen fehlender Papiere zeitweise am Flughafen Köln-Bonn festgehalten worden. „Wir erwarten in dieser Angelegenheit natürlich vor allem eine zufriedenstellende Erklärung von den deutschen Behörden“, sagte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Donnerstag in Ankara. „Wir erwarten, dass sie ihrerseits ermitteln, wie sich der Vorfall zugetragen hat, und diesbezüglich die nötigen Schritte gegen die betroffenen Personen unternehmen.“

Von dpa/RND