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Politik Steuerzahlerbund kritisiert Merkels Reise nach Südafrika
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15:19 03.07.2010
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte am Sonnabend das Township Khayelitsha bei Kapstadt. Quelle: dpa

Unbeeindruckt von spöttischen Bemerkungen der Grünen und von heftiger Kritik des Steuerzahlerbundes hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihren Flug angetreten zum Viertelfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft an diesem Sonnabend gegen Argentinien in Kapstadt. Es sei ein „sehr wichtiges Zeichen“, dass auch ausländische Staats- und Regierungschefs mit ihren Besuchen in Südafrika die Besonderheit der ersten Fußball-WM in Afrika würdigten, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Freitag.

Merkel ist bei dieser WM keineswegs das erste deutsche Regierungsmitglied auf Fantour am Kap. Gegen England saß der zuständigen Sportminister Thomas de Maizière und gegen Ghana Entwicklungsminister Dirk Niebel auf der Tribüne. In Zeiten des Sparens sei dies das „völlig falsche Signal“, meint dazu der Bund der Steuerzahler. Deutlich über 10 000 Euro koste eine einzige Stunde mit dem Regierungsflieger. „Es kann nicht sein, dass man für den Besuch eines Viertelfinales so mit Steuergeldern umgeht“, ärgert sich Verbandspräsident Karl Heinz Däke.

Dieses Denken findet die Regierung reichlich kleinlich. Schließlich hätten sich die Verantwortlichen beim DFB ausdrücklich gewünscht, dass die Kanzlerin bereits beim Argentinien-Match die deutsche Mannschaft anfeuert, sagte der Sprecher der Kanzlerin. Zudem würden solche Besuche auch immer für politische Gespräche und Begegnungen genutzt, ließ Merkel weiter mitteilen. Sie treffe unter anderem den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma. „Ich glaube, dass das in der Gesamtabwägung dann ein starker und guter Grund ist für einen solchen Besuch“, sagte Wilhelm. Merkel wollte das Team schon im Südtiroler Trainingslager besuchen, musste aber wegen des Rücktritts von Bundespräsident Horst Köhler umständehalber absagen.

Eigentlich wollten auch Vertreter der Bundestags-Parteien mitreisen. Nach der Debatte am Freitag aber machte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann einen Rückzieher. Er müsse zur Kenntnis nehmen, dass seine Mitreise zu einer öffentlichen Debatte geführt habe, sagte Oppermann. Auch der Vize-Fraktionschef der Linken, Jan van Aken, zog seine Reisezusage kurzfristig zurück.

Die Grünen hatten von Anfang an eine Mitreise abgelehnt. Sie sie setzten auf den Sieg der deutschen Nationalelf in dem Turnier – und nicht auf ein Ausscheiden im Viertelfinale. „Die Nationalmannschaft hat noch das Halbfinale und das Endspiel vor sich, wir halten es auch aus Kostengründen für unangemessen, ihren Regierungsairbus bereits jetzt mit Fähnchen und Vuvuzelas zu bestücken, wenn noch zwei weitere Spiele anstehen“, schrieben die Fraktionschefs Renate Künast und Jürgen Trittin an Merkel.

Reinhard Urschel

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