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Politik Terrorverdächtige planten Anschläge zu Silvester
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11:48 29.12.2015
In Belgien gab es mehrere Hausdurchsuchungen und Festnahmen. Quelle: dpa (Archiv)
Brüssel

Terroristen sollen für die Silvesternacht Anschläge an mehreren „symbolträchtigen Orten“ der belgischen Hauptstadt Brüssel geplant haben. Nach einer Reihe von Hausdurchsuchungen und Festnahmen seien zwei Terrorverdächtige in Haft, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Einen Zusammenhang zu den tödlichen Pariser Terroranschlägen vom November gebe es nicht. Bei Hausdurchsuchungen wurde Propagandamaterial der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sichergestellt.

Die Vorwürfe gegen die beiden Festgenommenen wiegen schwer. Einer der beiden wird als Drahtzieher einer Terrorgruppe eingestuft. Er soll sich um die Anwerbung neuer Mitglieder zur Begehung terroristischer Taten gekümmert haben. Die zweite Person wird laut Staatsanwaltschaft als Täter oder Mittäter einer Terrorgruppe eingestuft. Vier weitere Festgenommene seien mittlerweile wieder in Freiheit. Die Durchsuchungen und Festnahmen seien bereits am Sonntag und Montag in Brüssel, der Region Flämisch-Brabant um die belgische Hauptstadt und in der Region Lüttich im Osten des Landes erfolgt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei den Hausdurchsuchungen wurden neben dem IS-Propagandamaterial auch Militärkleidung sowie Material zur Datenverarbeitung sichergestellt. Waffen oder Sprengstoff seien nicht gefunden worden.

Die Zeitungen der belgischen Gruppe Mediahuis berichteten am Dienstag auch von „konkreten Drohungen“ gegen das Generalkommissariat der Polizei in der Innenstadt von Brüssel. Es liegt in der Nähe des historischen Marktplatzes Grand Place, einer der touristischen Hauptattraktionen der belgischen Hauptstadt. Die Warnstufe für die Brüsseler Polizeidienststellen sei angehoben worden.

In Belgien herrscht derzeit die zweithöchste von vier Terrorwarnstufen. Damit gilt die Bedrohung durch einen Anschlag als „möglich und wahrscheinlich“. In der Hauptstadt Brüssel galt Ende November zeitweise die höchste Warnstufe, da die Behörden von einem unmittelbar drohenden Anschlag ausgingen. Das öffentliche Leben kam damals zum Erliegen.

Belgien gilt als eines der am stärksten durch Terrorismus gefährdeten Länder in Europa. Hintergrund ist die im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße hohe Zahl von Menschen, die als Dschihadisten in das Bürgerkriegsland Syrien gezogen sind. Nach Schätzungen von Sicherheitsbehörden von Ende Oktober stammen rund 500 Kämpfer in dem Krisengebiet aus Belgien. Die Paris-Attentäter hatten Verbindungen in das Land.

dpa

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