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Politik 130 km/h auf Autobahnen: Auch Kirche fordert Tempolimit
Mehr Welt Politik 130 km/h auf Autobahnen: Auch Kirche fordert Tempolimit
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10:30 15.01.2019
Neben der Deutschen Umwelthilfe fordert auch die Evangelische Kirche ein Tempolimit für Autobahnen. Quelle: picture-alliance/ dpa-tmn
Magdeburg

Neben Dieselfahrverboten für belastete Städte und Kommunen fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ein Tempolimit von 120 Stundenkilometer für Autobahnen. Derzeit prüft die Organisation die Chancen auf eine bundesweite Geschwindigkeitsbegrenzung.

Währenddessen hoffen auch andere Institutionen auf eine Ende der Raserei. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) will am 6. März eine Petition starten, um ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen zu erreichen, wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet.

Innerhalb von vier Wochen sollen dazu 50.000 Unterschriften gesammelt werden. Ziel ist es, dass sich dann der Petitionsausschuss des Bundestages mit der Forderung in einer öffentlichen Anhörung beschäftigt.

Freie Fahrt gehört auf den Prüfstand

Oberkirchenrat Christian Fuhrmann, der für die EKM die Petition beim Deutschen Bundestag einreicht, begründet den Vorstoß so: „Deutschland ist in der EU das einzige Land ohne Tempolimit. Warum wollen wir das bei uns nicht ändern?“ Angesichts des Klimawandels gehöre die ,Freie Fahrt für freie Bürger’ auf den Prüfstand.

Ein Tempolimit sei ein sofort umsetzbarer und kostengünstiger Beitrag, um die Co2-Emissionen zu senken. So könne man laut EKM bei einem Tempolimit von 130 km/h mindestens zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Zudem sorge ein Tempolimit für einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss, der Staus verhindere. Das Lärmaufkommen und der Reifenabtrieb seien geringer. Und nicht zuletzt würde die Verkehrssicherheit erhöht: Die Zahl der Verkehrstoten gehe nach Erfahrungen auf Tempolimitstrecken um bis zu 15 Prozent zurück.

Bischöfin Junkermann: Schöpfungsauftrag verpflichtet

Landesbischöfin Ilse Junkermann begrüßt die Idee. Man wolle mit der Petition nicht das Geschäft von Parteien übernehmen. „Aber der Schöpfungsauftrag trägt uns. Daher sind wir verpflichtet, auch beim Klimaschutz mehr zu tun.“ In der Kirchenleitung war der Vorschlag gleichwohl nicht unumstritten – er wurde dennoch mehrheitlich beschlossen. Oberkirchenrat Fuhrmann ist jedenfalls optimistisch, dass die nötigen 50.000 Unterstützerunterschriften zusammen kommen. „Das wird sportlich, keine Frage. Aber wir gehen da locker und optimistisch an die Aufgabe.“ Und selbst ein Scheitern sei laut Fuhrmann kein Beinbruch: „Dann haben wir wenigstens eine lebhafte Debatte darüber gehabt. Ich freue mich auf den Diskurs.“

Von RND/LVZ/mkr

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