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Politik Spalten statt versöhnen
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13:06 20.03.2017
Im Beleidigungsmodus: Erdogan bei einer Rede vor Anhängern in Istanbul. Quelle: AP
Hannover

Versöhnen statt spalten – diese kluge Losung hat einst ein deutscher Bundespräsident ausgegeben: Johannes Rau. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan dreht das Motto um. Egal, was er sagt oder tut – er spaltet, statt zu versöhnen. In seinem Land, indem er Andersdenkende rücksichtslos verfolgt, um seine Macht zu untermauern. Im Umgang mit anderen Staaten und Regierungen, indem er sie maßlos beleidigt wie jüngst, als er Kanzlerin Merkel Nazi-Methoden unterstellte.

Erdogan will unbedingt sein Referendum Mitte April gewinnen, das ihn mit quasi totalitärer Machtfülle ausstatten würde. Deshalb provoziert er, markiert den starken Mann, um seine Anhänger hinter sich zu scharen. Ob sich diese Strategie auszahlt, wird sich zeigen.

Man kann seine Nazi-Vergleiche irrlichternd, dumm, lachhaft und frech finden, an Erdogans Bildung und seinem Urteilsvermögen zweifeln. Entsprechend haben sich manche Politiker hierzulande bereits geäußert. Aber was sich ein aufgeklärtes, demokratisches Land wie Deutschland und seine Regierung verkneifen sollte, ist, offiziell mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Denn was kann das Kanzleramt oder Außenministerium damit erreichen? Den Ausgang des Referendums wird man kaum beeinflussen können. Die Bundesregierung sollte vielmehr im Blick haben, wie die Beziehungen zu den Türken in Zukunft aussehen, wenn augenscheinlich in der Gegenwart nichts geht. Insofern sollte eine deutliche, aber nüchterne Antwort die Menschen hierzulande und in der Türkei im Blick haben und sich weniger an Erdogan selbst richten.

Denn irgendwann ist auch Erdogan nur noch Geschichte, die Türkei, die deutsch-türkischen Beziehungen und das türkische Volk sind es nie.

Von RND/Rüdiger Ditz

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