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Politik „Rotschals“ protestieren gegen „Gelbwesten“
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22:16 27.01.2019
Die Roten Halstücher, „Foulards Rouges“ genannt, demonstrieren am Sonntag in Paris. Quelle: imago/Le Pictorium
Paris

Eine neue Farbe hat sich an diesem Wochenende in den Pariser Straßen verbreitet. Dem grellen Neongelb der „Gilets jaunes“ setzen sich seit einigen Tagen zahlreiche „Rotschals“ entgegen. Rund 10.000 von ihnen protestierten am Sonntag in der französischen Hauptstadt gegen Gewalt und Vandalismus am Rande der „Gelbwesten“-Demonstrationen. Neben roten Halstüchern griffen die Teilnehmer auch zu blauen Westen.

Zwar sind die Schalträger in Trikolore von ähnlichen Forderungen getrieben, doch ihre Ziele wollen sie friedlich verfolgen – ohne zivilen Ungehorsam und brennende Barrikaden.

Die „Foulards rouge“ demonstrieren gegen die Ausschreitungen der“ Gilets jaunes“ Quelle: AP

Straßenschlachten, Plünderungen und ein Triumphbogen in Schutt und Asche. Dieser Anblick nach den heftigen Ausschreitungen im Dezember war für viele Anhänger der „Foulards rouge“ ein Wendepunkt. „Wir teilen nicht alle Forderungen der Gelbwesten-Bewegung, beispielsweise Forderungen nach einem Sturz der Regierung, die brutale Behandlung von Institutionen“, sagte Laurent Segnis, ein Mitglied der Partei La République en Marche! von Staatspräsident Emmanuel Macron.

Opfer der Ausschreitungen: 2000 Verletzte, zehn Tote

Andere beklagten, dass sich die Gelbwesten, die aus Demonstrationen gegen die Erhöhung von Kraftstoffpreisen, zunehmend radikalisieren. Im Zusammenhang mit den Protesten, die am 17. November begannen, wurden bislang rund 2000 Menschen verletzt. Bei Unfällen an Blockaden von Verkehrskreiseln und Mautstellen kamen zehn Menschen ums Leben.

Am Samstag, in der elften Woche der Gelbwesten-Proteste, demonstrierten nach Angaben des französischen Innenministeriums landesweit rund 69.000 Menschen. An den beiden vorherigen Wochenenden waren es jeweils mehr als 80.000.

Tausende Demonstranten sind in ganz Frankreich gegen die Reformen von Präsident Macron auf die Straße gegangen.

Die Bewegung mit Teilnehmern aus dem gesamten politischen Spektrum des Landes, die harsche Kritik an der Politik Macrons äußert, ist zunehmend zersplittert. Was sie von bisherigen Protestbewegungen unterscheidet und den Behörden den Umgang mit ihnen so schwer macht, ist ihre dezentrale Organisation. Anstatt wie bei traditionellen Demonstrationen ihre Aktionen und Straßenblockaden vorher anzumelden, mobilisierten die „Gelbwesten“ Mitstreiter über die sozialen Netzwerke.

Die Gelbwesten sehen in den „roten Halstüchern“ Strohleute Macrons. Dessen Partei nahm allerdings offiziell nicht an den Demonstrationen teil.

Prominenter Gelbwesten-Vertreter Jerôme Rodrigues verletzt

Macron hat auf die Proteste mit Zugeständnissen reagiert. Eine nationale Debatte soll Lösungsvorschläge für soziale Probleme diskutieren und den Unzufriedenen zeigen, dass die Regierung bereit ist, auf ihre Sorgen und Nöte zu hören. Demonstranten auf den Pariser Champs-Élysées verwarfen Macrons nationale Debatte am Samstag als Ablenkungsmanöver von seiner Politik, die nach ihrer Ansicht vor allem den Reichen nutzt.

Ein prominenter Demonstrant der Gelbwesten, Jerôme Rodrigues, erlitt bei dem Protest am Samstag eine Augenverletzung. Videoaufnahmen zeigen, wie Rodriguez in der Nähe der Bastille zusammenbricht. Dort lieferten sich Demonstranten mit Wurfgeschossen Zusammenstöße mit der Polizei, die mit Waffen für Gummigeschosse ausgerüstet war.

Die Einsatzkräfte waren erstmals auch mit sogenannten Bodycams ausgestattet. Die Polizei nahm Ermittlungen auf, wie es zu Rodrigues’ Verletzung kam.

Von RND/mkr/AP

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