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Politik Macron fordert Zehn-Jahres-Plan für Europa
Mehr Welt Politik Macron fordert Zehn-Jahres-Plan für Europa
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20:19 24.01.2018
„Wir brauchen mehr Ehrgeiz“: Der französische Präsident Emmanuel Macron in Davos. Quelle: AP
Davos

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat eine Zehn-Jahres-Strategie für die Neuaufstellung Europas gefordert. „Ich hoffe, dass wir zusammenarbeiten werden, um diese Strategie für zehn Jahre bis Ende dieses Jahres zu haben“, sagte Macron am Mittwoch vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Zuvor hatte bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Rede gehalten. Europa müsse eine Rolle spielen gegenüber China und den USA. Er nannte als Themen unter anderem die Migrationspolitik, Energie, Verteidigung oder Investitionen.

Macron sprach sich dafür aus, bei der Zusammenarbeit in Europa unterschiedliche Geschwindigkeiten zuzulassen. „Wir brauchen mehr Ehrgeiz“, sagte der 40-Jährige auf Englisch. Falls einige Partner zusammen vorangehen wollten, dürften sie nicht von anderen daran gehindert werden.

Frankreich will mehr Geld für Bildung

Macron forderte zudem, die Globalisierung gerechter zu gestalten. „Wenn ich dieser Globalisierung nicht wieder Sinn gebe, wenn ich den Leuten nicht sagen kann, dass sie gut für sie ist, (...) dann werden in 5 Jahren, 10 Jahren, 15 Jahren die Nationalisten, die Extreme (...) gewinnen“, sagte Macron mit Blick auf seine Heimat. „Und das stimmt in jedem Land.“

Er forderte dazu einen „neuen weltweiten Pakt“, der nicht nur Sache der Regierungen sein dürfe, sondern der in die Modelle von Banken und Unternehmen integriert werden müsse. Der sozialliberale Staatschef nannte dafür drei zentrale Punkte: mehr Investitionen, eine gerechtere Verteilung der Wertschöpfung und eine „Pflicht zu schützen“.

Vor allem in die Bildung müsse mehr investiert werden. Bei der Verteilung der Wertschöpfung sieht Macron Unternehmen und Investoren in der Pflicht – die Antwort seien nicht Steuern in einzelnen Ländern. Zugleich sprach er sich für eine Zusammenarbeit der Staaten aus, um eine Besteuerung großer Internet-Konzerne sicherzustellen. Das Geschäft der großen Digital-Akteure werde Milionen Jobs zerstören - diese Menschen müssten umgeschult werden, was Geld koste. „Wenn diejenigen, die diese Jobs zerstören, nicht bei der Umschulung helfen, kann ich das den Mittel- und Arbeiterschichten nicht erklären.“

Insgesamt legte Macron ein Plädoyer für den Multilateralismus ab, etwa beim Kampf gegen den Klimawandel.

Von RND/sag/dpa

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