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Politik Italienischer Linksterrorist nach jahrelanger Flucht gefasst
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14:06 13.01.2019
Der frühere italienische Linksterrorist Cesare Battisti ist Fahndern in Bolivien ins Netz gegangen. Quelle: Nelson Antoine/AP
Rom

Nach der Festnahme eines über fast drei Jahrzehnte flüchtigen italienischen Extremisten in Bolivien will die Regierung in Rom dessen umgehende Auslieferung erreichen. Die bolivianische Polizei hatte Cesare Battisti in der Nacht zum Sonntag gefasst. Er war 1981 aus einem italienischen Gefängnis geflohen, während ihm wegen Mordes in vier Fällen der Prozess gemacht werden sollte.

Der Anklage zufolge hatte Battisti die Verbrechen als Mitglied der Bewaffneten Proletarier für den Kommunismus begangen. Er wurde 1990 in Abwesenheit verurteilt. Der heute 64-Jährige räumte die Mitgliedschaft in der Gruppierung ein, bestritt aber die Tötung von Menschen.

Rom: Festnahme ist Ergebnis „entschlossener Bemühungen

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Sonntag, ein Flugzeug sei auf dem Weg nach Bolivien. Das Außenministerium in Rom erklärte, Battistis Festnahme sei das Ergebnis „entschlossener Bemühungen bolivianischer und brasilianischer Behörden“ gemeinsam mit den diplomatischen Missionen Italiens.

Der italienische Botschafter in Brasilien, Antonio Bernardini, twitterte: „Battisti wurde gefasst. Die Demokratie ist stärker als Terrorismus.“ Innenminister Matteo Salvini erklärte, Battisti verdiene es nicht, komfortabel am Strand zu leben. Er gehöre bis ans Ende seiner Tage ins Gefängnis. Salvini lobte die bolivianische Polizei und die neue brasilianische Regierung, dass sie an dem Fall drangeblieben seien.

Festnahme wegen Steuerflucht und Geldwäsche beantragt

Battisti lebte zunächst in Frankreich und Mexiko, bevor er sich nach Brasilien absetzte, um einer Auslieferung zu entgehen. Er wurde 2007 in Rio de Janeiro festgenommen, und die italienische Regierung beantragte seine Auslieferung. Doch der damalige brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gewährte ihm 2010 Asyl.

Battisti kam schließlich aus dem Gefängnis frei, wurde aber 2017 erneut festgenommen, als er mit nicht deklariertem Bargeld in Höhe von rund 7500 Dollar die brasilianisch-bolivianische Grenze überqueren wollte. Nach wenigen Tagen wurde er wieder freigelassen.

Im Zusammenhang mit diesem Vorfall erklärte der Richter am Obersten brasilianischen Bundesgericht Luiz Fux im Dezember, Interpol habe die Festnahme Battistis wegen Steuerflucht und Geldwäsche beantragt und er deshalb einen brasilianischen Haftbefehl erlassen. Der inzwischen aus dem Amt geschiedene Präsident Michel Temer unterzeichnete daraufhin noch im Dezember einen Erlass zur Auslieferung Battistis. Dies löste offenbar die erneute Flucht des Gesuchten aus.

Von RND/AP

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