Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Gründung von AdP: „Poggenburg fährt auf Linie der NPD“
Mehr Welt Politik Gründung von AdP: „Poggenburg fährt auf Linie der NPD“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:52 11.01.2019
Poggenburg hält einen Einzug seiner AdP in die Landtage von Sachsen, Thüringen und Brandenburg für realistisch. Quelle: AP Photo/Jens Meyer
Berlin

Der langjährige sachsen-anhaltische AfD-Chef Poggenburg ist nach tagelangen Abspaltungsgerüchten am Donnerstag mit sofortiger Wirkung aus der Partei ausgetreten. Am gleichen Tag gründete er nach eigenen Angaben mit gut einem Dutzend Mitstreitern aus Mitteldeutschland die neue Partei „Aufbruch deutscher Patrioten“ (AdP). Mit ihr will er bei den drei Landtage von Sachsen, Thüringen und Brandenburg ziehen. Die Reaktionen:

AfD-Fraktionschef Bernd Gögel

AfD-Fraktionschef Bernd Gögel hält den Austritt von Poggenburg aus der Partei für richtig und konsequent. „Es geht um Leitplanken, Regeln und Ordnung, die jede Partei braucht. Es gibt Menschen in der Partei, die damit nicht leben können. Wenn sie damit nicht leben können, ist das der richtige Weg“, sagte Gögel der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn einige andere ihm folgen, dann ist es für die AfD sicher nicht die schlechteste Situation.“ Wenn man seine persönlichen Interessen auch mit verbaler Gewalt nicht umsetzen könne, müsse man die Konsequenz ziehen. Gögel, der auch stellvertretender AfD-Landeschef in Baden-Württemberg ist, sagte, er rechne nicht mit Parteiaustritten im Südwesten in Folge des Rückzugs von Poggenburg.

AfD-Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg Rainer Podeswa

Der AfD-Landtagsabgeordnete Rainer Podeswa äußerte sich in der „Heilbronner Stimme“ ähnlich. „Ich gehe nicht davon aus, dass sich baden-württembergische AfD-Mitglieder in großer Zahl der neuen Partei von Herrn Poggenburg anschließen. Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass auch ein bis zwei Mitglieder von hier dabei sind.“

AfD-Landesvorsitzende in Brandenburg Andreas Kalbitz

Der Brandenburger AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz zeigte sich angesichts der Parteigründung gelassen. „Diese Neugründung wird für Brandenburg keinerlei politische Relevanz haben“, sagte Kalbitz der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. Kalbitz, der auch Vorsitzender der Brandenburger Landtagsfraktion ist, wird dem rechtsnationalen Flügel seiner Partei zugerechnet. Er wurde 2014 in den Landtag gewählt und stieg dann in Landtagsfraktion und Landespartei zunächst zum Stellvertreter von Alexander Gauland auf. Kalbitz führte früher den rechtsextremen Verein „Kultur- und Zeitgeschichte, Archiv der Zeit“, den der ehemalige SS-Hauptsturmführer und NPD-Funktionär Waldemar Schütz in den 1980er Jahren mitbegründet hatte. Erst nachdem dies 2015 publik wurde, legte Kalbitz den Vereinsvorsitz nieder.

Ex-AfD-Landtagsabgeordneter Steffen Königer

Der frühere AfD-Landtagsabgeordnete Steffen Königer, der auch Mitglied des AfD-Bundesvorstandes war, hatte Ende November Fraktion und Partei verlassen. Er warf der AfD teils sektenartige Strukturen vor. Königer ist inzwischen fraktionsloser Abgeordneter. Er will nach eigenen Angaben nicht in die Partei von Poggenburg eintreten: „Poggenburg fährt auf dem Ticket der NPD. Das ist mit mir nicht zu machen“, sagte Königer der dpa. „Ich wünsche ihm viel Glück dabei, den rechten Flügel der AfD zu reduzieren.“

Mehr zu André Poggenburg

Abschied von der AfD: Antrag auf Ausschluss von Poggenburg aus AfD-Fraktion

Gründung der AdP: AdP statt AfD: Poggenburg gründet neue Partei

Porträt: André Poggenburg: der völkische Egoist

Von RND/dpa/ngo

Die Polizei Bremen hat das Video des Überfalls auf den AfD-Politiker Frank Magnitz veröffentlicht. In der Aufarbeitung des Falls könnte es eine entscheidende Rolle spielen.

11.01.2019

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer schickt Friedrich Merz in einen Beraterkreis. Es ist ein Posten am Rand. CDU-Spitzenpolitiker versuchen, Bedenken zu zerstreuen. Und Merz macht es spannend.

11.01.2019

Um den Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko durchzusetzen, ist US-Präsident Donald Trump jedes Mittel recht. Im Zweifel nimmt er wie jetzt 800.000 Staatsdiener in Geiselhaft.

11.01.2019