Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Ermittler nehmen nach Hacker-Angriff Tatverdächtigen fest
Mehr Welt Politik Ermittler nehmen nach Hacker-Angriff Tatverdächtigen fest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:46 08.01.2019
Quelle: imago/photothek
Mittelhessen

In einer Pressemitteilung teilt das Bundeskriminalamt am Dienstagmittag mit, man habe den 20-Jährigen am Montag vernommen. Er habe die Vorwürfe eingeräumt und über die eigenen Straftaten hinaus Aufklärungshilfe geleistet. Mangels Haftgründen wurde er Montagabend auf freien Fuß gesetzt. Die bei der Durchsuchung sichergestellten Beweise, insbesondere Computer und Datenträger, werden derzeit ausgewertet. Aufgrund der Angaben des 20-Jährigen fanden die Ermittler einen Computer, den er zwei Tage vor der Durchsuchung beiseite geschafft hatte, und ein Daten-Backup bei einem Sharehosting-Dienst, berichtet das BKA.

Bei der Vernehmung habe der Mann angegeben, alleine agiert zu haben. Auch die Ermittlungen haben bislang keine Hinweise auf eine Beteiligung Dritter ergeben. "Zu seiner Motivation gab der Beschuldigte an, aus Verärgerung über öffentliche Äußerungen der betroffenen Politiker, Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens gehandelt zu haben", heißt es in der Pressemitteilung weiter. Bislang hätten sich jedoch noch keine Hinweise auf eine extreme politische Haltung ergeben.

Weil der junge Mann als Heranwachsender gilt und möglicherweise unter die Jugendgerichtsbarkeit fällt, halte man sich mit Angaben zu seiner Person zurück, heißt es auf der Pressekonferenz. Der Schüler lebe im elterlichen Haushalt. Das Bundeskriminalamt beschreibt ihn als computeraffin. Seine technischen Kenntnisse habe er sich selbst aufwändig angeeignet, dies sei in der Hackerszene üblich. 

Am Sonntag wurde außerdem die Wohnung eines 19-Jährigen in Heilbronn durchsucht. Er galt allerdings lediglich als Zeuge.

Von dem Online-Angriff sind rund 1000 Politiker und Prominente betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht wurden. Als Konsequenz hat das Bundesinnenministerium Verbesserungen in der Abwehr solcher Attacken angekündigt.

Der Spiegel berichtete als erstes von der Festnahme.

von fw/RND/dpa