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Politik Diese Zitate prägten das politische Jahr 2018 in Deutschland
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12:41 28.12.2018
Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer, im Hintergrund Justizministerin Katarina Barley. Quelle: Michael Sohn/AP
Berlin

In der Politik wird gerne mal mit harten Bandagen gekämpft. Da geht es auch verbal manchmal derb zu. Das hat das Jahr 2018 ein weiteres Mal gezeigt. Wir haben die daher die besten Zitate des Jahres aus der deutschen Politik zusammengetragen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer. Quelle: imago/Alexander Pohl

„Sie glauben gar nicht, wenn man jeden Tag direkt neben Angela Merkel am Tisch sitzt, verliert man alle Eigenschaften eines bayerischen Löwen. Man wird wirklich zahm.“ (CSU-Chef Horst Seehofer am 12. Januar nach den Sondierungsgesprächen beim Neujahrsempfang der bayerischen Staatsregierung in der Münchner Residenz.)

„Wenn wir in einer Kneipe wären, dann können wir sagen, die Union schreibt seit Jahren bei uns an. Die haben einen Zettel bei uns offen, der ist so lang.“ (Juso-Chef Kevin Kühnert am 21. Januar auf dem SPD-Parteitag in Bonn. Er lehnt Koalitionsverhandlungen mit der Union ab.)

„Wir werden verhandeln, bis es quietscht auf der anderen Seite.“ (SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles am 21. Januar auf dem SPD-Parteitag in Bonn mit einem engagierten Plädoyer für Verhandlungen über eine große Koalition.)

„Für mich beginnt jetzt eine neue Zeit. Meine kleine Tochter Marie hat mir heute früh gesagt: „Du musst nicht traurig sein, Papa, jetzt hast Du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.“ (Bundesaußenminister Sigmar Gabriel am 8. Februar in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe zu seinem Ausscheiden aus der Regierung. Sein Parteifreund und Nachfolger als SPD-Chef, Martin Schulz, will Außenminister werden.)

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. Quelle: Sven Hoppe/dpa

„Deutschland ist nur so erfolgreich, weil es uns Bayern gibt. Das steht fest.“ (Bayerns designierter Ministerpräsident Markus Söder, CSU, am 14. Februar beim politischen Aschermittwoch in Passau.)

„Ich hab’ das Heimatmuseum, äh, das Heimatministerium, das Heimatministerium in Bayern gegründet.“ (CSU-Chef und künftiger Bundesinnen- und Heimatminister Horst Seehofer am 12. März in Berlin über die Ursprünge des Heimatministeriums in Bayern.)

„Wann gibt's das neue Auto?“ (Der achtjährige Sohn der Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, SPD, am 14. März nach der Bundestagssitzung.)

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt. (...) Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland.“ (Bundesinnenminister Horst Seehofer, CSU, am 16. März in der „Bild“-Zeitung.)

„Wenn das Kreuz nur als kulturelles Symbol gesehen wird, hat man es nicht verstanden. Dann würde das Kreuz im Namen des Staates enteignet.“ (Kardinal Reinhard Marx am 30. April in der „Süddeutschen Zeitung“ zum Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, CSU, für Kreuze in Landesbehörden.)

„Wir in der Politik kümmern uns darum, dass Kreuzungen saniert und nicht Kreuze aufgehängt werden.“ (SPD-Chefin Andrea Nahles nach Angaben des Katholikentags bei einem Empfang in Münster am 10. Mai zum Beschluss des bayerischen Kabinetts zu Kreuzen in Behördengebäuden.)

Alexander Gauland, Vorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD). Quelle: Soeren Stache/dpa

„Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“ (AfD-Vorsitzender Alexander Gauland am 2. Juni beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach.)

„Der Freistaat Bayern ist – schimpfen Sie mich nicht, wenn ich das sage – das barmherzigste Bundesland in Deutschland.“ (Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, CSU, bei einer Talkrunde der „Nürnberger Nachrichten“ am 5. Juni in Nürnberg zum Verhältnis von bayerischer Flüchtlingspolitik und christlichem Glauben.)

„Dieser 63-Punkte-Plan, was ist denn das für ein Status? Ist das eine Vorlage fürs Kabinett? Ist das ein CSU-Parteitagsentwurf? Ist das Seehofers Tagebuch?“ (Grünen-Chef Robert Habeck am 18. Juni in Berlin über den sogenannten Masterplan von Innenminister Horst Seehofer, CSU, der nach wie vor nicht in Gänze öffentlich bekannt ist.)

„Auf hoher See, vor Gericht und mit der CSU ist man in Gottes Hand.“ (Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, SPD, am 26. Juni in Berlin mit Blick auf den Konfrontationskurs der CSU im Asylstreit mit der CDU.)

Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: Kay Nietfeld/dpa

„Europa hat viele Herausforderungen. Aber die mit der Migration könnte zu einer Schicksalsfrage für die Europäische Union werden.“ (Kanzlerin Angela Merkel, CDU, am 28. Juni bei ihrer Regierungserklärung im Bundestag.)

„Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist.“ (Bundesinnenminister Horst Seehofer, CSU, am 2. Juli vor dem Spitzentreffen von CDU und CSU in der „Süddeutschen Zeitung“.)

„Wir sind weg von der Psychologie und wieder bei der Sache.“ (Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, SPD, am 2. Juli nach dem Koalitionsgipfel in Berlin zum Asylkompromiss der Union.)

„Wenn ich hier in Auschwitz bin, dann begegne ich meinen Zweifeln an Gott, meinem Misstrauen gegenüber Menschen, meiner Verachtung vor Teilen der Geschichte.“ (Bundesaußenminister Heiko Maas am 20. August über seinen Besuch in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz.)

„Wir haben Videoaufnahmen darüber, dass es Hetzjagden gab, dass es Zusammenrottungen gab, dass es Hass auf der Straße gab, und das hat mit unserem Rechtsstaat nichts zu tun.“ (Bundeskanzlerin Angela Merkel am 28. August in Berlin zu den Ausschreitungen im sächsischen Chemnitz.)

„Die CSU ist ja so etwas wie die Drama-Queen der deutschen Politik.“ (Tarek Al-Wazir, hessischer Wirtschaftsminister und grüner Spitzenkandidat für die hessische Landtagswahl, am 16. Oktober im Bayerischen Rundfunk.)

„Den Grünen ist es gelungen, Politik cooler und vielleicht ein bisschen sexy rüberkommen zu lassen. Das ist uns noch nicht gelungen.“ (Die neue Vorsitzende der Jusos NRW, Jessica Rosenthal, am 19. Oktober in Düsseldorf.)

Andrea Nahles, SPD-Parteivorsitzende und Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

„Ella war diese Woche zum ersten Mal in der Geisterbahn und hat sich schwer gegruselt. Das war für sie wesentlich schockierender als SPD-Wahlergebnisse und was Mama gerade alles an den Hacken hat.“ (SPD-Chefin Andrea Nahles in der „Bild am Sonntag“ vom 21. Oktober auf die Frage, wie sie ihrer siebenjährigen Tochter die Lage der SPD erklärt.)

„Diese vierte Amtszeit ist meine letzte als Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Bei der Bundestagswahl 2021 werde ich nicht wieder als Kanzlerkandidatin der Union antreten und auch nicht mehr für den deutschen Bundestag kandidieren.“ (Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, am 29. Oktober in der Parteizentrale in Berlin.)

„Ich finde keinen Ortsverein der SPD, der mich vorschlägt.“ (Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, SPD, am 5. November in Berlin während einer Podiumsdiskussion auf die Frage, warum er nicht zurück in die Politik gehe, um die SPD zu retten.)

„Er ist ein Spitzenbeamter, der (...) den Mut hat, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Er würde gut in eine demokratische Rechtsstaatspartei wie die AfD passen.“ (AfD-Parteichef Jörg Meuthen am 6. November im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über den entlassenen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen.)

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU. Quelle: Rainer Jensen/dpa

„Frauen verfügen und nutzen eben ein größeres Vokabular. Das ist ja bekannt.“ (Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer am 20. November bei der CDU-Regionalkonferenz in Idar-Oberstein auf die Anregung des Moderators, auf die Redezeit bei Antworten zu achten.)

„Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, das ein Individualrecht auf Asyl in seiner Verfassung stehen hat.“ (Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, am 21. November bei einer Regionalkonferenz seiner Partei im thüringischen Seebach.)

„Es wäre das Beste für das Land, wenn Friedrich Merz eine Mehrheit auf dem Parteitag erhielte.“ (Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, CDU, spricht sich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 4. Dezember eindeutig für Friedrich Merz als neuen CDU-Vorsitzenden aus.)

„Wir haben uns auch gegenseitig etwas zugemutet. Ich euch. Aber ich erlaube mir zu sagen, dass es auch - ganz ganz selten natürlich - auch mal umgekehrt war.“ (Bundeskanzlerin Angela Merkel am 7. Dezember bei ihrer Abschiedsrede als CDU-Bundesvorsitzende vor dem Parteitag in Hamburg.)

„Der erotische Blitzeinschlag der Erstberührung, der ist vorbei.“ (Hessens CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier zum Verhältnis zwischen Christdemokraten und Grünen am 20. Dezember in Wiesbaden bei der Präsentation des neuen Koalitionsvertrags.)

„Der ein oder andere Arzt wird ab Mittwochnachmittag auf dem Golfplatz gesehen.“ (SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am 20. Dezember in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zum Ruf der Krankenkassen nach mehr Arztsprechstunden in den Abendstunden und an Samstagen.)

Von RND/dpa