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Deutschland / Welt Zwei Tote bei Protesten in Nairobi
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21:31 09.08.2017
Eine Angehörige des erschossenen Mannes trauert im Mathare-Slum von Nairobi. Quelle: AP
Nairobi

In der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind während der Proteste gegen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl zwei Menschen erschossen worden. Die beiden hätten versucht, die Demonstrationen für Diebstähle ausnutzen, sagte Polizeichef Japheth Koome am Mittwoch. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP sagte, eine der Personen sei in den Kopf geschossen worden.

Die Proteste begannen, nachdem Oppositionskandidat Raila Odinga den Vorwurf erhoben hatte, die Wahlergebnisse seien durch Hackerangriffe manipuliert worden. Odinga lag nach Auszählung der meisten Wahllokale deutlich hinter Amtsinhaber Uhuru Kenyatta.

Amtsinhaber Kenyatta liegt überraschend deutlich vorn

Nach Auszählung von über 90 Prozent der Stimmen lag der amtierende Präsident Uhuru Kenyatta am Mittwoch nach Angaben der Wahlkommission mit 54,3 Prozent der Stimmen überraschend deutlich vorn. Odinga kam demnach auf 44,8 Prozent.

Manifestieren sich diese Ergebnisse, wird in dem ostafrikanischen Land keine Stichwahl vonnöten sein. Kenyatta regiert seit 2012. Laut Verfassung wäre die zweite Amtszeit des heute 55-Jährigen seine letzte. In der Oppositionshochburg Kisumu im Westen des Landes gab es erste Zusammenstöße. Die Polizei setzte Tränengas gegen etwa 100 Demonstranten ein, die skandiert hatten: „Ohne Odinga keinen Frieden!“.

Technik-Chef der Wahlkommission vor kurzem ermordet

Odinga erklärte, das elektronische Wahlsystem sei gehackt worden. Die Hacker hätten sich der Nutzerkennung und Passwörter des ermordeten Technik-Chefs der Wahlkommission, Chris Msando, bedient. Msando war vor einer Woche ermordet und mit Folterspuren aufgefunden worden. Odinga legte am Mittwoch eigene Berechnungen vor, wonach er mit einer Million Stimmen in Führung liege.

Der Leiter der Wahlkommission, Wafula Chebukati erwiderte, er vertraue dem elektronischen System. Die Vorwürfe würden aber überprüft. Das elektronische Zählsystem soll eine Manipulation verhindern. Außerdem wird die Identität der Wähler elektronisch überprüft. Msando gehörte zu den wenigen Personen mit Zugang zu dem elektronischen Wahlsystem.

Vorletzte Wahl von vielen Todesfällen überschattet

Die Fälschungsvorwürfe schüren die Angst vor gewaltsamen ethnisch gefärbten Ausschreitungen wie bei der vorletzten Präsidentschaftswahl vor zehn Jahren. Kenyatta gehört zur Volksgruppe der Kikuyu, der 72-jährige Odinga ist Luo. Damals wurden über 1.000 Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben. Odinga verlor 2007 nach offiziellen Angaben gegen Kenyattas Vorgänger Mwai Kibaki.

Odinga hatte in den vergangenen Wochen mehrfach behauptet, nur durch Fälschung könne er um den sicheren Sieg gebracht werden. Auch Kenyatta zeigte sich siegesgewiss. Keines der beiden Lager bereitete seine Anhänger auf eine mögliche Niederlage vor, was die Situation nun besonders brenzlig macht. Kenyatta erklärte erst am Wahltag nach Abgabe seiner Stimme, er werde das Ergebnis anerkennen und zurücktreten, falls er verliere.

Odinga ruft zur Ruhe auf – Oppositionskoalition spricht von Krieg

Odinga rief seine Anhänger am Mittwoch zur Ruhe auf. Gleichzeitig erklärte er jedoch, er könne die Leute nicht kontrollieren. Einige Wähler der Oppositionskoalition Nasa erklärten am Dienstag in den Wahllokalen, es gebe „Krieg“, wenn Odinga um seinen angeblich sicheren Sieg gebracht werde.

Gewählt wurden am Dienstag außerdem ein neues Parlament, Gouverneure, Senatoren, die Parlamente der Landkreise und Frauenvertreterinnen. Entgegen allen Befürchtungen waren die Wahlen am Dienstag überwiegend friedlich und ohne größere technische Schwierigkeiten verlaufen. Mehr als 150.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

Es gab allerdings zum Teil erhebliche Verzögerungen, weil das elektronische Wahlsystem Schwierigkeiten mit der Identifizierung der Wähler hatte. Trotz langer Schlangen und erheblicher Wartezeiten blieben die Wähler ruhig und geduldig. 20 Millionen Kenianer waren als stimmberechtigt registriert. Wegen der Verzögerungen blieben einige Wahllokale bis in die Nacht geöffnet.

Kenia prosperiert unter Kenyatta – doch nur eine Minderheit profitiert

Kenia ist eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften Ostafrikas und hat ein stabiles Wirtschaftswachstum von fünf bis sechs Prozent. Trotzdem leben etwa 44 Prozent der 46 Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze. Für die Bevölkerungsmehrheit hat sich die wirtschaftliche Lage während Kenyattas Amtszeit verschlechtert. Die Lebenshaltungskosten sind deutlich gestiegen, besonders die Preise für Grundnahrungsmittel wegen einer Dürre und wirtschaftspolitischer Fehler. Kritiker werfen Kenyatta auch vor, dass die Korruption weiter zunahm. Auch die Staatsverschuldung hat sich laut Ökonomen auf 29 Milliarden Euro verdoppelt.

Von RND/krö/dpa

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