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Deutschland / Welt Wurde Linda aus Sachsen im Irak festgenommen?
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14:34 18.07.2017
Die irakische Stadt Mossul wurde nach monatelangen Kämpfen vom IS befreit. Quelle: dpa
Berlin

Nachdem das irakische Militär 20 IS-Kämpferinnen in der irakischen Stadt Mossul festgenommen hat, prüft das Landeskriminalamt Sachsen, ob eine der Frauen die 16-jährige Linda aus dem sächsischen Pulsnitz ist. Die Schülerin war vor einem Jahr von Dresden nach Istanbul geflogen und soll von dort weiter nach Syrien gereist sein. Das Mädchen war zum Islam konvertiert und soll sich dem sogenannten Islamischen Staat (IS) angeschlossen haben.

Bei der Staatsanwaltschaft in Dresden hielt man sich mit Vermutungen sehr zurück: „Wir prüfen selbstverständlich, ob es sich bei dem aufgegriffenen Mädchen, um die 16-jährige Linda W. aus Pulsnitz handelt“, sagte der Dresdner Oberstaatsanwalt Lorenz Haase der Leipziger Volkzeitung. Die Fotos aus den Medien, die das Mädchen bei der Festnahme in Mossul zeigen, würden dazu mit früheren Aufnahmen von ihr verglichen. Laut Haase steht die Polizei zudem in Verbindung mit den Eltern des Mädchens. Nähere Angaben wollte der Staatsanwalt dazu nicht machen. Sollte sich bestätigen, dass es sich um die 16-Jährige handelt, werde das Auswärtige Amt eine Auslieferung beantragen.

Berichte der irakischen Armee sprechen dagegen

Dagegen sprechen Berichte der irakischen Armee, nach denen keine Minderjährigen unter den 20 festgenommenen Frauen sind. Alle seien älter als 30 Jahre, sagte ein Offizier der irakischen Anti-Terror-Einheiten der Deutschen Presse-Agentur. Bei ihnen handele es sich um Kämpferinnen, die andere ausgebildet und für die IS-Polizei gearbeitet hätten. Sie seien über die syrische Stadt Al-Rakka nach Mossul gekommen und würden weiter befragt.

Laut Medienberichten sollen unter den Festgenommenen insgesamt fünf Frauen aus Deutschland sein. Zusammen mit Frauen aus Russland, der Türkei, Kanada, Libyen, dem Kaukasus und Syrien sollen sie sich in einer Tunnelanlage in der Altstadt von Mossul versteckt gehalten haben. Angeblich waren sie mit Waffen und Sprengstoffgürteln ausgerüstet.

Die Geschichte von Linda aus Pulsnitz hatte schon vor einem Jahr große Aufmerksamkeit erregt. Sie war im Sommer 2016 verschwunden, kurz nachdem sie zum Islam konvertiert war. Die damals 15-Jährige hatte einen Flug in die Türkei gebucht und war am 1. Juli 2016 mit einer gefälschten Vollmacht der Eltern vom Flughafen Dresden über Frankfurt nach Istanbul geflogen. Laut einem Bericht des Fernsehsenders RTL soll die Schülerin schon Monate vorher den Koran gelesen und nur noch lange Kleidung getragen haben. Ihren Schuldirektor habe sie gefragt, ob sie mit Kopftuch zur Schule kommen könne.

Linda soll über das Internet mit dem IS Kontakt gehabt haben

Die Eltern hatten ihr Kind kurz nach dem Verschwinden als vermisst gemeldet. Der Teenager soll über Internet-Chats mit IS-Anhängern in Kontakt gestanden haben. Laut RTL fanden die Eltern nach dem Verschwinden ihrer Tochter einen Tablet-PC mit islamischen Fotos und entdeckten einen zweiten Facebook-Account, über den das Mädchen nur Kontakt zu arabischen Freunden gehabt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft in Dresden, die die junge Frau im Iran oder in Syrien vermutet hatte, ermittelte gegen sie wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Behörde stellte die Ermittlungen wegen Abwesenheit des Mädchens aber ein.

Von RND/ang/ade

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