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Deutschland / Welt Reich im Ruhestand
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07:02 26.09.2014
Von Albrecht Scheuermann
Der Vorstandsvorsitzende der Stada Arzneimittel AG, Helmut Retzlaff: 35 Millionen Euro Quelle: dpa
Hannover

Demnach können viele Topmanager von Großunternehmen mit monatlichen Betriebsrenten von mehreren Zehntausend Euro rechnen – teilweise schon lange vor dem 65. Lebensjahr.

Der Gummersbacher Vergütungsexperte Heinz Evers hatte die Versorgungssysteme von 77 börsennotierten Konzernen unter die Lupe genommen und dabei einige Auffälligkeiten gefunden. Die Angaben fand er in den Geschäftsberichten, in denen diese Leistungen für aktive und frühere Vorstandsmitglieder auszuweisen sind. Demnach belaufen sich die Pensionsverpflichtungen für diesen Personenkreis bei den untersuchten Unternehmen im Durchschnitt auf 123 Millionen Euro.

Insgesamt zeigt sich eine klare Abstufung: Vorstände von Dax-Unternehmen beziehen nicht nur höhere Gehälter, sondern sind auch im Alter besser versorgt. Spitzenreiter ist der VW-Konzern. Für die künftigen Altersbezüge heutiger Vorstände hat das Unternehmen insgesamt 108 Millionen Euro zurückgestellt. Auf Platz zwei folgt Daimler mit 70 Millionen Euro vor Siemens mit 62 Millionen Euro. Im
M-Dax führt das Pharmaunternehmen Stada mit 35 Millionen Euro die Tabelle an. Da diese Summe allein auf den Vorstandsvorsitzenden Hartmut Retzlaff entfällt, ist dieser wohl Deutschlands bestversorgter Spitzenmanager bei den großen Aktiengesellschaften. Auch bei SGL Carbon müssen die Vorstandsmitglieder mit Rückstellungen von insgesamt 34 Millionen Euro nicht darben, dann folgt die Salzgitter AG mit Pensionsrückstellungen von 25 Millionen Euro. Nach Informationen des „Handelsblatts“ liegt  Stada-Chef Retzlaff mit gesicherten Altersgeldern von 35 Millionen Euro an der Spitze der Rentenmillionäre. Es folgen Daimler-Chef Dieter Zetsche und Martin Winterkorn, für die 29,9 Millionen beziehungsweise 22,1 Millionen Euro zurückgelegt wurden.

Gewaltig sind die Summen, die einige Unternehmen für die laufenden Pensionszahlungen an ihre früheren Vorstände in ihren Bilanzen reservieren müssen. So gibt es dafür bei ThyssenKrupp eine Rückstellung von 249 Millionen Euro, bei Daimler sind es 217 Millionen Euro und bei der Deutschen Bank 201 Millionen Euro. Die Dax-Gesellschaften zahlten 2013 im Schnitt 7,9 Millionen Euro an frühere Vorstände, bei M-Dax-Unternehmen waren es 1,8 Millionen Euro.

Wie hoch die Zahlung im Einzelfall ist, lässt sich der Studie zufolge nicht genau ermitteln, da die Zahl der Pensionäre nicht bekannt ist. Ebenso wenig lässt sich genau sagen, welche Jahreszahlung heutige Vorstände zu erwarten haben. Die Vergütungssysteme sind im Detail oft kompliziert und unterschiedlich. Zudem gilt heute in der Regel die beitragsorientierte Leistungszusage. Dabei wird nur festgelegt, wie viel Geld die Firma edes Jahr für den Ruhestand ihrer Topmanager zur Seite legt. Wie hoch dann später die Rente ausfällt, lässt sich noch nicht genau sagen. Früher dagegen bekamen die Vorstände eine bestimmte Leistung, etwa in Form eines festgelegten Prozentsatzes der letzten Vergütung, zugesagt. Im Durchschnitt packt jedes Dax-Unternehmen für die Vorstandsmitglieder 3,1 Millionen Euro jährlich in den Rückstellungstopf, pro Vorstandsmitglied ist dies etwa eine halbe Million Euro. Der jährliche Gesamtaufwand für die Altersvorsorge von jetzigen und früheren Vorständen erreicht bei Siemens 20,2 Millionen Euro, es folgen Deutsche Bank (20,1), ThyssenKrupp (17,7), BASF (16,6) und VW (16,5)

Obwohl es in den vergangenen Jahren Einschnitte in diesem Bereich gegeben hat, stellt sich nach Ansicht des Experten Evers „die grundsätzliche Frage nach der künftigen Berechtigung und Sinnhaftigkeit der Versorgungsleistungen oder zumindest nach ihrer wertmäßigen Begrenzung“. Neun der 87 untersuchten Unternehmen, darunter das Dax-Unternehmen Beiersdorf, sehen dies offenbar genau so: Bei ihnen gibt es keine betriebliche Altersversorgung für Vorstände.

dpa

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