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Verhärtete Fronten am Persischen Golf

Ultimatum für Katar Verhärtete Fronten am Persischen Golf

Der Golfstaat Katar lässt das Ultimatum seines großen Nachbarn Saudi-Arabien verstreichen. Bis Sonntag hätte das Emirat alle Kontakte zum schiitischen Iran abbrechen müssen. Doch Katars Regierung denkt nicht daran und droht seinen Gegnern offen. Die Region könnte vor einem Wirtschaftskrieg stehen.

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Katar finanziert seine Bauprojekte aus dem Handel mit Öl. Allerdings sollen auch Gelder an Terrororganisationen geflossen sein.

Quelle: AP

Doha. Im Streit zwischen dem Golfemirat Katar und seinen Nachbarstaaten bleiben die Fronten verhärtet. Am Sonntag läuft das Ultimatum aus, das Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten der Regierung in Doha gestellt hatten, damit sie ihre Blockade gegen das Land aufheben. Doch Katar weigerte sich weiter vehement, den Katalog mit 13 Forderungen zu erfüllen.

Die Nachbarn werfen Katar vor, Terrororganisationen finanziell zu unterstützen und zu fördern, und verlangen ein Ende dieser Praxis. Teil ihrer Forderungen sind unter anderem auch eine Schließung des katarischen Nachrichtensenders Al-Dschasira und eine Einstellung der diplomatischen Beziehungen Katars zum Iran. Mit welchen Konsequenzen Katar zu rechnen haben würde, wenn es das Ultimatum missachte, hatten die Nachbarn nicht gesagt.

Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani sagte am Samstag in Rom, sein Land fürchte sich nicht vor den Folgen, auch nicht vor einer militärischen Vergeltung, wenn das Ultimatum ablaufe. Er warf den Nachbarstaaten vor, die Souveränität Katars zu verletzten.

Als weitere Schritte könnten diese Finanzsanktionen gegen Katar verhängen. Allerdings könnten sie sich damit auf gefährliches Terrain begeben, denn katarisches Geld finanziert auch eine Reihe westlicher Unternehmen mit: zum Beispiel Volkswagen, das britische Warenhaus Harrods oder die Betreiberfirma des Empire State Buildings. Saudi-Arabien und seine Verbündeten könnten auch Flüssiggaslieferungen aus Katar blockieren, darauf könnte das Emirat aber reagieren, indem es eine Erdgas-Pipeline in die Vereinigten Arabischen Emirate blockiert.

Angesichts solcher Aussichten herrschte an der Börse in Katar Unruhe. Zum Handelsauftakt am Sonntag - nach einem langen Wochenende - verlor sie gleich mehr als drei Prozent, erholte sich aber bis zum Abend wieder leicht und schloss mit einem Minus von 2,3 Prozent.

Kuwait vermittelt in dem bereits lange schwelenden Konflikt am Golf, der Anfang Juni eskaliert war, als die vier Staaten ihre diplomatischen Beziehzungen zu Katar abbrachen und ihre Grenzen zu dem kleinen Emirat schlossen und keine Waren mehr durchließen. Katar erhielt daraufhin Hilfslieferungen von der Türkei und vom Iran.

Von RND/AP

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