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Deutschland / Welt Uganda mit Flüchtlingen aus dem Südsudan überfordert
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12:51 17.08.2017
Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks retteten sich seit einem Jahr im Durchschnitt jeden Tag 1.800 Südsudanesen nach Uganda. Quelle: AP
Kampala

Der blutige Konflikt im Südsudan hat inzwischen mehr als eine Million Flüchtlinge nach Uganda getrieben – pro Tag durchschnittlich 1.800 Neuankömmlinge in den vergangenen zwölf Monaten. Das Nachbarland brauche dringend mehr Unterstützung, um den Geflüchteten beizustehen, verlangte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UHNCR) am Donnerstag in Genf. Eine weitere Million Menschen seien aus dem Südsudan in den Sudan, nach Äthiopien, Kenia, Kongo und in die Zentralafrikanische Republik geflohen.

Vor allem Frauen und Kinder unter den Flüchtlingen

Besonders prekär sei die Lage in Uganda, wo mehr als 85 Prozent Frauen mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ankämen, so das UNHCR. Die Menschen berichteten von barbarischem Verhalten der verschiedenen bewaffneten Gruppen: Zivilisten würden vor den Augen ihrer Angehörigen getötet, Frauen und Mädchen vergewaltigt und Jungen entführt und zum Waffendienst gezwungen.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel war gerade in Uganda und im Südsudan und hatte sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht.

Uganda gilt als Musterbeispiel in der Flüchtlingshilfe. Die Regierung versucht, die Menschen möglichst in Dörfern zu integrieren, statt sie in Flüchtlingslagern unterzubringen. Sie gibt Betroffenen kleine Landparzellen, auf denen sie vorläufige Unterkünfte errichten und Saatgut anpflanzen können.

Fast 700 Millionen Dollar nötig

Um die vielen Flüchtlinge aus dem Südsudan aufzunehmen, seien in diesem Jahr allein in Uganda 674 Millionen Dollar (gut 570 Millionen Euro) nötig. Bislang sei aber erst ein Fünftel davon eingegangen. Im Juni hätten die Essensrationen für Flüchtlinge gekürzt werden müssen. Es gebe nicht genügend medizinisches Personal und in den Schulen müssten Lehrer teils Klassen von 200 Schülern unterrichten.

Im Südsudan, dem jüngsten Land der Erde, war im Dezember 2013 ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Neben Flüchtlingen gibt es im Land bereits zwei Millionen Vertriebene. Rund sechs Millionen Südsudanesen haben nicht genug zu essen – etwa die Hälfte der Bevölkerung.

Von RND/dpa/ap

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